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Bei Familie Wack in Ommersheim leben Hühner artgerecht

Hier leben keine gepeinigten Tiere : Viel Auslauf und ein schickes Hühnermobil

Monika und Werner Wack bewirtschaften den Eichelberger Hof in Mandelbachtal. Und erleben einen Run auf die Bio-Eier.

Saftiges, grünes Frühlingsgras, ab und zu ein Gänseblümchen, oder der ein oder andere Wurm – das ist für Hühner, was für Saarländer Bau und Erfort in einem Menü wäre. „Wacke Hinkele“ haben gerade die Weide gewechselt, und sie gehen Ostern ganz gelassen an. Viel gelassener jedenfalls als viele ungeduldige Menschen, die Stunde um Stunde am „Millich Heisje“ spitzen, ob frische Eier eingetroffen sind.

Monika und Werner Wack sind immer wieder gut für Erfolgsgeschichten auf dem Land. Den Eichelberger Hof bewirtschaften sie. Sohn Simon ist ebenfalls mit im Geschäft. Dort ist auch die Bliesgau-Molkerei entstanden, und in Sachen Direktvermarktung sind die Wacks erste Adresse in der Biosphäre. Der Bio-Hof hat Milchkühe, Rinder, Bullen, Schweine, Lämmer und eben Hühner. Und die stehen im Mittelpunkt dieser Erfolgsgeschichte.

Die Familie Wack hat Prinzipien. Das merkt man sehr schnell, wenn man mit Monika Wack redet. Hier hat man ein christliches Weltbild, und das lebt man. Die Spuren, die man hinterlässt, müssen passen zum Weltbild und zum Verständnis einer intakten Natur. Das, was die Wacks machen, wollen sie gut und für alle Beteiligten sinnvoll machen. So war es vor rund fünf Jahren zunächst eine Idee, dass Hühner ganz gut zum Hof passen könnten. Aber so einfach ging das dann doch nicht. „Wir haben uns informiert über Haltungsformen. Uns gefiel die Haltung mit den Hühnermobilen, wie wir sie heute einsetzen, am besten“, so Monika Wack. Zwei davon wurden angeschafft. Je rund 300 Hühner finden dort ihr mobiles Heim. Mit dem Schlepper wird das Mobil auf eine frische Weide gezogen, der Bereich der Hühner wird mit Elektrozaun abgekoppelt, damit die Hühner nicht raus, der Fuchs nicht rein kann. Dann streifen die Hühner seelenruhig über die frische Wiese und leben paradiesisch auf einer riesigen Fläche. Wenn sie genug von Wiese und Sonne haben, oder wenn’s ans Legen geht, steht das Hühnermobil als Rückzugsort zur Verfügung. Und wenn Azubi Lukas Botzung kommt, um die frischen Eier einzusammeln, ist großes Hallo im Hühnerstall. Die Eier gehen im Hofladen über die Theke, sie stehen im „Millich Heisje“ parat – dort kann man sich selbst bedienen – und es gibt sie in den vielen Automaten, die die Familie Wack im Bliesgau betreibt und in denen frische Erzeugnisse von Hof und Molkerei gekauft werden können.

Die zwei Hühnermobile schlugen ein – oft war die Nachfrage höher, so dass die sechshundert Hennen nicht mehr nachkamen. Aber, ob es für ein drittes Hühnermobil reichen würde? In der Familie wurde diskutiert, wie man Menschen vom Gedanken der Freilandhaltung begeistern könnte. Simon Wack hatte die Idee: Wer will, kann sich bei der Familie Wack ein Huhn mieten. Kann mitmachen bei Hofbesichtigungen, an Hühner-Erlebnistagen, kann sein Huhn im Arm halten und beim Eier einsammeln zur Hand gehen. Dafür hat der Hühner-Pate ein Anrecht auf eine gewisse Zahl von Eiern, die für ihn reserviert werden, egal wie hoch die Nachfrage gerade ist. Und, jetzt wird’s für manche ganz traurig: Einmal pro Jahr gibt es für die Hühnermieter kostenlos ein Suppenhuhn. Denn auch Legehennen leben nicht ewig.

Im Innern des Hühnermobils finden die Tiere trockene Ställe und Rückzugsmöglichkeiten vor. Foto: Peter Gaschott
Jede Menge Platz und grüne Wiese – auf dem Eichelberger Hof führen Hühner ein paradiesisches Leben. Foto: Peter Gaschott

So kamen ganz viele Hühnerpaten zusammen und kurz danach das dritte Hühnermobil auf den Eichelberger Hof. Jetzt, in der Osterzeit, sind rund 950 Hühner auf Wacks Weiden. Und Lukas Botzung schleppt täglich rund 700 Eier auf den Hof. Dort warten schon die Kunden ...