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Anne Kerner ist kreativ mit HistoPopArt

Künstlerin aus Bliesmengen-Bolchen : Tiefer Blick in das Innere von Menschen

Die Künstlerin Anne Kerber aus Bliesmengen-Bolchen hat ein Buch über ihre ungewöhnliche Kunstform HistoPopArt veröffentlicht.

Anne Kerber aus Bliesmengen-Bolchen ist ein Phänomen. Sie sprüht geradezu vor Kreativität. Dem tristen Alltag, trüben Gedanken oder wolkigen Tagen hält sie mit kunterbunten und quietschvergnügten Zeichnungen und Bildern entgegen, die einem automatisch ein Lächeln ins Gesicht zaubern. So entstehen einerseits durch gekonnte Pinselstriche, Aquarellfarben und Tusche fröhlich radelnde Schafe in pink oder verliebte regenbogenfarbene Schildkröten, andererseits aber auch faszinierende und abstrakte Bilder in knalligen Farben, die auf dem ersten Blick nicht erkennen lassen, was tatsächlich dahinter steckt.

Diese Werke sind nämlich um ein Vielfaches vergrößerte Mikroskop-Aufnahmen und vergrößerte Ausschnitte von mikroskopischen Präparaten, die am Computer mit Hilfe von spezieller Software mit knallbunten, leuchtenden Farben eingefärbt und in abstrakte Popart umgewandelt werden. Was zunächst wie beliebig angeordnete Farben, Formen und Muster aussieht, offenbart in Wirklichkeit einen tiefen Blick in das Innere von Menschen, Pflanzen oder Insekten. Das einzigartige Ergebnis nennt sie HistoPopArt – eine Wortkombination aus „Histologie“ (die Wissenschaft vom Aufbau biologischer Gewebe) und der modernen „PopArt“. Die faszinierenden Bilder, die in die Richtung Moderne Kunst gehen, bieten ihren Betrachtern eine unkonventionelle Möglichkeit, sich mit ihrem Inneren auseinanderzusetzen.

Die Künstlerin leitet hauptberuflich das Dermatopathologische Labor an der Universitäts-Hautklinik in Homburg. Dort hat sie täglich mit biologischem Gewebe zu tun und bereitet Schnittpräparate von Zellproben und Gewebeentnahmen zur Diagnose durch die Ärzte vor. Für ihre Werke stellt sie fünf Mikrometer dünne Schnittpräparate von gesundem menschlichen Gewebe her und färbt diese ein. Dies wird anschließend unter dem Mikroskop betrachtet, „künstlerisch wertvolle“ Ausschnitte werden ausgewählt und fotografiert. Die Strukturen des menschlichen Gewebes hat sie schon immer fasziniert – aus dieser Faszination entstand schließlich vor einigen Jahren die ungewöhnliche Idee, Histologie mit moderner Popart zu kombinieren und daraus ihre ganz eigene, spezielle Foto-Kunstform zu entwickeln, die sie bereits auf zahlreichen Ausstellungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz zeigen durfte.

„Die Ideen kommen immer spontan. Einmal mit einem Bild angefangen, kann ich nicht mehr aufhören, daran zu arbeiten. Es ARTet förmlich aus“, erklärt die Künstlerin augenzwinkernd. Das ist für Fachleute ebenso reizvoll wie für Laien, die mitunter ganz eigene Interpretationen finden. Ihre Bilder sind auf medizinischen Kongressen und Fachtagungen ebenso zu finden wie in zahlreichen Praxen, Kliniken und Privathaushalten von Kunstfreunden. Vor allem die Tatsache, dass auch medizinische Laien die Bilder mögen und die Bilder sogar in die Wohnung hängen, begeistert sie. Inzwischen gibt es weit über 20 Zeitschriften-Cover und viele deutsch- und englischsprachige Artikel in diversen medizinischen Fachzeitschriften wie beispielsweise der Zeitschrift „Mikroskopie“.

Gemeinsam mit deren Herausgeber Professor Jörg Piper als Co-Autor hat Anne Kerber nun ihre faszinierende Kunst Anfang des Jahres bei der Hachinger Verlagsgesellschaft als Buch mit 177 Seiten und insgesamt 173 Abbildungen herausgebracht. Die gezeigten Bilder im Buch laden dazu ein, der Fantasie beim Betrachten freien Lauf zu lassen und ungewöhnliche Assoziationen zu finden. Professor Jörg Piper hat als Arzt und erfahrener Mikroskoptiker das in den Bildern Gezeigte zusätzlich fachlich erläutert und einführende Informationen über Zytologie, Histologie Anatomie und Physiologie beigesteuert. So soll dieses Buch zum einen Leser ansprechen, die sich an den Bildwerken einfach nur erfreuen wollen, zum anderen aber auch diejenigen, die einen ersten Einstieg in die Welt der Anatomie im Rahmen einer Ausbildung oder eines Studiums suchen.

Das Buch kann im Buchhandel oder direkt beim Verlag unter der ISBN 978-3-87185-591-7 bezogen werden. Wer gerne selbst bei der Autorin ein Werk kaufen und signiert haben möchte, kann dies auch an ihrer privaten Pilgerstation in Bliesmengen-Bolchen tun. In unmittelbarer Nähe zum idyllischen Zuhause der Künstlerin in Bliesmengen-Bolchen befindet sich die Südroute der Wegstrecke der Jakobspilger. Hier gibt es neben freiem WLan einen 24 Stunden verfügbaren Pilgerstempel, ein kleines Heft für Grüße und viele Infos rund um den Sternenweg und das Biosphärenreservat Bliesgau.

Anne Kerber informiert gerne über ihre eigene Kunstform „HistoPopArt“ und bietet in ihrem Kunstautomaten kleine Mitbringsel für Besucher an. Ein Teil der Strecke auf dem Weg zu dem dortigen Kloster führt an einer langen Viehweide vorbei, die mit Metallpfosten eingezäunt ist. Dort stellt Anne Kerber seit letztem Jahr zudem kostenlos „KUNST am WeideZAUN“ aus und beobachtet mit Freude, wie sich die Schrittgeschwindigkeit so mancher Spaziergänger oder Pilger reduziert und diese auf ihrem Weg entlang der Freiluftgalerie ihre Kunst betrachten und sich damit auseinander setzen. Mehr Kreativität geht kaum.

Mehr Informationen und Kontakt zur Künstlerin gibt es unter: www.histopopart.de