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Ommersheim: Alte Bilder schmücken den Dorfkalender

Ommersheim : Alte Bilder schmücken den Dorfkalender

Viele Neugierige wollten bei der Vorstellung des neuen Ommersheimer Dorfkalenders dabei sein. Gezeigt werden historische Aufnahmen.

Es war recht eng an diesem Abend, als im Nebenzimmer der Ommersheimer Saarpfalz-Halle vom Arbeitskreis Dorfgeschichte Ommersheim 2003 der neue Dorfkalender 2018 der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Der Platz wurde immer knapper, so dass zusätzliche Stühle herbeigeholt werden mussten. „Ich glaub‘, wir haben eine Rekordbeteiligung heute Abend“, mutmaßte Norbert Hartz zu Beginn. Er und Martin Wannemacher stellten den mittlerweile 14. Kalender vor. Thema ist dieses Mal der Historische Festzug beim Heimatfest 1959. Damals war Ommersheim noch eine eigenständige Gemeinde und feierte sein 1000-jähriges Bestehen. Vier Tage lang, vom 30. Mai bis 2. Juni 1959 ging es im Ort rund. Höhepunkt war ein Festumzug, der die Geschichte abbildete. Genau diese Veranstaltung ist Gegenstand des Kalenders 2018.

„Wir hatten bei der Fotoauswahl die Qual der Wahl“, blickte Norbert Hartz zurück. Wenn man nur die schönsten Bilder berücksichtigt hätte, wären andere Fotos, die Seltenheitscharakter haben, zu kurz gekommen. Eine Lösung war schnell gefunden: Teil I der Umzugsfotos ziert nun Titel und die zwölf Monate des Zeitmessers im kommenden Jahr. Und das ist eine Seltenheit: Erstmals wird das Thema zwei Jahre verwendet. Soll heißen: Der Kalender 2019 wird den zweiten Teil der Fotos vom Festumzug 1959 tragen. So kommt niemand zu kurz.

Doch der Umzug an diesem Sonntag, 31. Mai 1959, war nur ein Anlass. Ommersheim erhielt damals erstmals sein Dorfwappen. Der Innenminister erlaubte die Führung des historischen Signets und der Farben. Zudem wurde das neu renovierte Bürgermeisteramt eingeweiht. Das Dorfkalender-Team des Arbeitskreises hat sich an der 116 Seiten umfassenden Festschrift „1000 Jahre Ommersheim“ orientiert. Sie stellt für die Alltagsarbeit eines der wichtigsten Dokumente dar. Das aktuelle Druckwerk entstand durch die bewährte Hilfe von Christine Fromm bei der Recherche. Bürgermeister Ludwig Mohr schrieb damals das Geleitwort. 15 Fuß- und fünf Reitergruppen, fünf Musikgruppen, ein Oldtimer, eine Postkutsche sowie das Feuerwehrfahrzeug der Ommersheimer Wehr sowie 14 Festwagen mit historischen Bildern zeigten Szenen aus der bewegten Geschichte des Dorfes. Organisator war damals Adolf Grauvogel.

„Heute geht es bis Wagen 17“, erklärte Norbert Hartz. Damals sei das ganze Dorf auf den Beinen gewesen. Viele Besucher kamen aus der Umgebung, um den Umzug zu sehen. Ein Umstand, der eine Herausforderung für die Kalendermacher darstellte. Man wusste nicht immer bei den Zaungästen, ob diese aus dem Ort stammten oder Menschen waren, die weiter weg wohnen. Martin Wannemacher, der die Menschen auf den jeweiligen Monatsbildern vorstellte, teilte mit, dass man nicht alle auf dem Bild identifizieren konnte. Viele waren nämlich maskiert. Drei Menschen müssen unabhängig voneinander den gleichen Namen sagen, ehe er im Kalender verewigt wird. Sonst bleibt die Stelle leer.