Abschlusskonzert des Kreisjugendblasorchesters in Ormesheim

Blasmusik : Aus der Jugendherberge zum Konzert

Das Kreisjugendblasorchester präsentierte im Saal Niederländer in Ormesheim das Ergebnis seiner Probetage.

„Für mich ist das das Schönste zu Beginn der Ferien“, freute sich Detlef Rekittke am Samstagnachmittag. Der Vorsitzende des Musikkreises Saarpfalz des Bundes Saarländischer Musikvereine (BSM) kam im Saal Niederländer gar nicht mehr aus dem Schwärmen heraus. Dort fand das Abschlusskonzert der alljährlichen Ferienfreizeit des Kreisjugendblasorchesters (KJBO) statt. Dabei handelt es sich um Nachwuchsmusiker der Musikkreise Saarpfalz und Saarlouis im Alter zwischen etwa elf und 19 Jahren. Ihnen soll unter kompetenter musikalischer Leitung die Gelegenheit gegeben werden, „Profi-Luft zu schnuppern“. Einmal im Jahr trifft man sich für viereinhalb Tage in einer Jugendherberge in den großen Ferien und musiziert. Dabei kommt die Freizeit aber auch nicht zu kurz. Zu Beginn des Konzertes hatte ein Musiker bereits für Verblüffung bei den Besuchern gesorgt: Johannes Schmittke stand statt des Orchesterleiters Pierre Petit am Dirigentenpult. Das hat Seltenheitscharakter. „Das war nicht der Einzige. Bei den Proben hatten auch Katharina Krämer und Kathrin Schirra dirigiert“, verriet Petit in der Konzertpause unserer Zeitung. 45 Schüler - sieben mehr als sonst - aus rund zehn Vereinen waren es dieses Mal, die in der Burg-Jugendherberge Altleiningen an der Deutschen Weinstraße zusammengekommen waren. Pierre Petit leitet die Traditionsveranstaltung des Bundes Saarländischer Musikvereine (BSM) schon zum vierten Mal. Einige Wochen vorher  macht der Dirigent einen Programmvorschlag. Eine halbe Stunde lang wird mit den Jugendlichen dann diskutiert, was letztendlich geprobt und später auch aufgeführt wird. „Das ist sehr wichtig. Die Schüler müssen Spaß haben. Es ist wie Urlaub“, versichert der Orchester-Chef. „Die Stücke sind anspruchsvoller und vielfältiger geworden“, blickte Eva Burgard zurück.

Sie und ihr Mann Niko sowie Alexander Degel gehören zum Organisationsteam der Sommerferienzeit und verstärkten das Konzert musikalisch. Von der Vielfalt konnte man sich bei der Aufführung, bei der die Jugendlichen die Stücke selbst angekündigten, überzeugen. Da gab es schon bei „Show time!“, dem ersten Titel, Bravo-Rufe, und es blieben nicht die einzigen. Petit gab, auch wenn seine Schützlinge im Vordergrund standen, regelrecht alles. Da passierte es auch, dass er bei „O Magnum Mysterium“ den Taktstock durch die Gegend warf. Unabsichtlich und der Hitze geschuldet natürlich.

Vor allem im zweiten Teil des Konzerts war die Handschrift der jungen Musiker mehr als deutlich. Da fand sich ein Adele-Medley, bei dem man vor allem bei „Rolling in the Deep“ zufriedene und nickende Musiker ausmachen durfte, genauso im Programm wie „Who wants to live forever“, dem Soundtrack zum Kinofilm „Highlander“ von Freddie Mercury. Höhepunkt: „Children of Sanchez“, bei dem die Jugendlichen während des Spiels stehend tanzten, sich hin und her bewegten oder nacheinander aufstanden. Klar, dass der Titel, neben „Do you remember“ (Kool & The Gang)“ eine der beiden Zugaben wurde.

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