2. MPH-Kirchwald Race in Ormesheim gewinnt Raphael Forster

Eine rasante Angelegenheit mit Zwei- und Vierbeinern : Der gemeinsame Wettlauf gegen die Zeit

MPH-Kirchwald Race in Ormesheim: Raphael Forster geht mit Dobermann-Hündin Kira als Sieger aus dem Rennen hervor.

Nach der erfolgreichen Premiere im vergangenen Jahr legten die Verantwortlichen beim zweiten offiziellen MPH Kirchenwald Race noch eine Schippe drauf. Hervorragend präpariert und mit 15 Streckenposten gesichert war der 3,8 Kilometer lange Parcours.

Als Erster ging kurz nach 11 Uhr der Pinninger Dirk Braun auf in den Kampf gegen die Uhr. Er auf dem Mountainbike, seine vierjährige Border Collie-Hündin Myla vorneweg, so fegte das Gespann über matschige, rutschige Feldwege, schlitterte durch die Kurven und erreichte nach 7:23 Minuten das Ziel. Als er vor Jahresfrist siegte, war er zwar langsamer, so landete er diesmal auf Platz vier.

Großen Grund zur Freude hatte der Bliesransbacher Raphael Forster. Er brauchte auf dem Fahrrad mit seiner Dobermann-Hündin Kira lediglich 6:59 Minuten, was eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 27,34 Minuten ausmachte. Somit konnte er den Siegerpokal in Empfang nehmen. „Ich bin super zufrieden, dass trotz der starken Konkurrenz alles so geklappt hat, so Forster. Die zweitbeste Zeit fuhr Viola Klahm aus Aßweiler, die damit in der Scooter-Konkurrenz mit ihrem dreieinhalbjährigen Dobermann Louis siegte. Seit einem Jahr betreibt sie den Sport, will damit ihrem Vierbeiner die notwendige Auslaufmöglichkeit geben. Nadine Wack, Vorjahressiegerin in der Dogscooter-Konkurrenz wurde mit 7:30 Minuten Fünfte.

Insgesamt waren 22 Gespanne an den Start gegangen. Sie wurden im Abstand von 30 Sekunden auf die Strecke geschickt. Darunter auch die mit 17 Jahren jüngste Teilnehmerin Laura Schwarz, die bei ihrem ersten Start Pech hatte, sprang ihr doch nach wenigen Metern die Kette vom Blatt. Auf dem Ersatzrad schaffte sie mit ihrer Hündin Sira dann mit 13:15 Minuten doch noch eine passable Zeit. Ein breiter Rassenmix war zu sehen, und alle Vierbeiner legten eine große Lauffreudigkeit an den Tag, blieben während der kraftraubenden Runde zumeist auf der Strecke und offenbarten die mitreißende Schönheit dieser Trendsportart. „Einfach anspannen und losfahren ist nicht“, sagte Hans-Werner Schwegel aus Jägersburg. Denn davor müssen die Hunde gut trainiert sein. Schwegel muss es wissen, da er sich als versierter Schlittenhundesportler seit knapp dreißig Jahren mit seinen Huskys an vielen Wettbewerben beteiligt und früher ähnliche Rennen an der Homburger Emilienruhe selbst organisiert hat. Zudem beweist er sich alljährlich bei Langstreckenfahrten in der schwedischen Schneewüste.

Rennleiterin Barbara Niederländer-Paling von der Hundeschule und dem Therapiehundezentrum „Mein Partner Hund“ in Ormesheim freute sich über die gute Resonanz und betonte, dass bei der sportlichen Betätigung im Sinne eines guten Miteinanders Respekt und Toleranz aller Waldbesucher an höchster Stelle stehe. Der Homburger Bundestagsabgeordnete Markus Uhl, Schirmherr der Veranstaltung, sprach von dem Rennen als einem Aushängeschild für die Gemeinde Mandelbachtal. Hier werde die Liebe zum Tier und zur Natur eindrucksvoll dokumentiert. Er versprach im kommenden Jahr, dann aber mit seinem Berner Sennenhund, wieder zu kommen.

Bürgermeisterin Maria Vermeulen, im letzten Jahr noch Ortsvorsteherin Ormesheims, sprach von einer bisher positiven Resonanz, die das neue sportliche Betätigungsfeld hervorgerufen habe. Zur Veranstaltung selbst habe sie keine negativen Bekundungen registriert. Die Chefin im Rathaus lobte auch die gute Stimmung insgesamt. Erstaunt zeigte sich Ortsvorsteher Dennis Weigerding: „Mit diesem großen Andrang wird die exotische Sportart in den Mittelpunkt gerückt. Er teilte mit, dass der Ortsrat, der derzeit eine befristete Genehmigung für Trainings- und Rennzeiten der Hundeschule ausgesprochen hat, im Frühjahr Resümee ziehen und über eine Verlängerung beschließen werde.

Förster Helmut Wolf, der auch Fachdienstleiter der Forstverwaltung Blieskastel ist, erwähnte das Spannungsfeld Wald mit seinen vielen Nutzern. So werde immer wieder geprüft, ob Mensch, Tier und Umwelt gut miteinander klar kommen. Zur Faszination Zughunderennen äußerte sich die Wolfersheimerin Steffi Schwarz-Eifler, die als Tennisschläger-Bespannerin auf allen großen Turnieren der Welt zu Hause ist und in Ormesheim auch zum Orgateam gehörte: „Was mich fasziniert an dem Sport, sind die Hunde. Die sind mit hoher Euphorie und voller Konzentration bei ihren Aufgaben. Es ist ein irres Gefühl, wenn dein Hund mit größter Begeisterung mit dir arbeitet. Das ist ein unglaubliches Teamwork.“