1200 Jahre Habkirchen mit gelungenem Festkommers

Ein gelungener Festkommers : Dieses Jubiläum hallt noch lange nach

1200 Jahr-Feier in Habkirchen: Beim Festkommers kam auch die überaus wechselvolle Geschichte des Ortes zur Sprache.

„Das ist euch großartig gelungen“, lobte Ministerpräsident Tobias Hans die Organisatoren der viertägigen 1200-Jahr-Feier in Habkirchen. Als Schirmherr erinnerte er beim Festkommers an die bewegte Geschichte des Grenzdorfes. So seien es vor allem die kriegerischen Auseinandersetzungen, die Streitpunkte der Geschichte gewesen, dass über Habkirchen geschrieben, dass Geschichten aus Habkirchen überliefert wurden. Als amtierender Präsident des Gipfels der Großregion lobte er die gutnachbarschaftlichen Beziehungen über die Grenze nach Frauenberg: „Wenn es einen Ort gibt, wo deutsch-französische Freundschaft groß geschrieben wird, dann ist es hier, wo man die Freundschaftsbrücke nach Frauenberg hat, sie begeht und das tagtäglich.“ Orga-Team-Leiter Gilbert Schetting erinnerte, gekleidet als mittelalterlicher Herold, zu Beginn der Veranstaltung, die vom Duo „Zweiklang“ (Andy Pink und Angela Branca) musikalisch begleitet wurde, daran, dass Habkirchen als „Apponis Ecclesia“ in einer Urkunde des Kaisers Ludwig des Frommen am 7. August 819 erstmals in einem schriftlichen Dokument erwähnt worden sei. Martin Müller, der Vorsitzende des Heimat- und Geschichtsvereins Mandelbach-Habkirchen, der die Trägerschaft zur praktischen Ausführung der Feier übernommen hatte, sprach von einer zweijährigen intensiven Arbeit. Eine Ausstellung im Dorfgemeinschaftshaus, die die Historie des Ortes en detail darstellte, veranschauliche die große Mühe, die sich die Organisatoren mit der Durchführung des Festes gemacht hätten, unterstrich Ortsvorsteher Wieland Eckhard.

Aber auch der zweitägige historische Markt ließ das Leben unserer Urahnen wieder auferstehen. Die Einwohner, so Eckhard, hätten viele Kriege über sich ergehen lassen müssen. So musste die Habkircher Bevölkerung über 20 Mal die Staatsbürgerschaft wechseln. Herausgehoben wurde vom Ortschef damit auch die Zollgeschichte. So sei 1718 eine Zollstelle errichtet, von 1818 bis 1871 sogar ein königlich bayerisches Nebenzollamt erster Klasse in Betrieb gewesen. Am 7. April 1848 hätten Karl Marx und Friedrich Engels die Zollstelle passiert, die 1965 von der Brücke an die Bundesstraße verlegt worden sei.

Wieland Eckhard lobte die große Bereitschaft der Habkircher, das Fest zu veranstalten, was gezeigt habe, dass ein großer Zusammenhalt vorhanden und durch das gute Miteinander das Wir-Gefühl gestärkt worden sei. Er dankte Caroline Schetting, die maßgeblich dazu beigetragen habe, dass eine tolle Festschrift entstand. „Es ist ein tolles, außergewöhnliches, außerordentliches Jubiläum“, unterstrich Landrat Theophil Gallo. Auch werde in Habkirchen beispielhaft Europa gelebt, wofür auch Frauenbergs Bürgermeister Aloyse Hauck anerkennende Worte fand. Er erwähnte das deutsch-französische Brückenfest, den Ostermarkt, aber auch die jährlichen Treffen der Kindertagesstätten von Frauenberg und Habkirchen.

Auftakt der Festtage war ein Sonderpostamt, bei dem auch ein Sonderstempel vorgestellt wurde. Viele Philatelisten kamen, um die eigens angefertigten Sondermarken in den Nennwerten 60 und 80 Cent zu erwerben. Dazu kamen noch zehn Motive und zwei Postkarten. Bei den Motiven war auch der Gedenkstein, der an den versunkenen Ort Mandelbach erinnert, aber auch an die Deutsch-französische Freundschaftsbrücke, die alljährlich – und das seit 30 Jahren – mit diversen Flaggen geschmückt ist.

Ein großer Erfolg war der Malwettbewerb für Kinder im Alter bis zu zehn Jahren, aus dem auch Motive für die Sondermarken entlehnt wurden. Über 200 Einsendungen wurden eingereicht. Sieger bei den Drei- bis Fünfjährigen ist die Habkirchenerin Amilia Suffel, bei den Sechs- bis Siebenjährigen Ida Greff aus Ommersheim und bei den Acht- bis Zehnjährigen Luca Uth aus Bebelsheim. Einen Sonderpreis bekamen Yannis Hofmann (Heckendalheim) und Till Matheis (Erfweiler-Ehlingen), deren Motive für Sondermarken auserkoren wurden. (weiterer Bericht folgt)

Mehr von Saarbrücker Zeitung