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Lars Knobloch neuer Trainer der SpVgg. Einöd-Ingweiler

Vor 25 Jahren : Das größte Spiel des Lars Knobloch

Der künftige Trainer des Fußball-Landesligisten SpVgg. Einöd-Ingweiler stand 90 Minuten auf dem Feld, als der FC Homburg 1995 in der zweiten Liga das „Skandalspiel“ vor 21 000 Zuschauern beim FC St. Pauli bestritt.

In der kommenden Saison wird es beim Fußball-Landesligisten SpVgg. Einöd-Ingweiler ein neues Gesicht auf der Trainerbank geben. Der 43-Jährige Lars Knobloch ist aktuell noch Co-Trainer beim Saarlandligisten FSV Jägersburg – und hat in seinem Fußballerleben bereits die eine oder andere unvergessliche Erfahrung gemacht. „Einer der Höhepunkte war mein einziger Zweitligaeinsatz für den FC Homburg“, erinnert sich der in Jägersburg lebende Bürokaufmann an den „Hexenkessel am Millerntor“. Am letzten Spieltag der Saison 1994/95 traten die bereits als Absteiger feststehenden Homburger beim Tabellenzweiten FC St. Pauli an. 21 000 Zuschauer waren im Stadion – denn für St. Pauli ging es um den Aufstieg in die erste Bundesliga. In der Homburger Offensive durfte dabei 90 Minuten lang das Nachwuchstalent Knobloch ran. Seine damaligen Mitspieler sind im Fußball-Saarland auch heute noch ein Begriff: Torwart Peter Eich, Anatoli Muschinka oder Sanel Nuhic etwa. Der Homburger Trainer war das Vereinsidol Manfred Lenz. Dennoch waren die Grün-Weißen chancenlos. Die Partie endete mit 5:0 (3:0) für St. Pauli.

Die Hanseaten stiegen durch den Sieg schließlich in die erste Bundesliga auf. Das wäre aber fast noch schief gegangen. Denn die Gastgeber waren mit den Sicherheitsvorkehrungen völlig überfordert. Etliche Minuten vor dem Abpfiff standen unzählige St. Pauli-Anhänger am Spielfeldrand. Und als Schiedsrichter Bodo Brandt-Cholleé in der 87. Minute einen Elfmeter pfiff, stürmten die Fans, die vom Schlusspfiff ausgegangen waren, vorzeitig den Rasen. Der Unparteiische wollte den Gastgebern aber nicht die Aufstiegsfeier verderben – ein Spielabbruch hätte höchstwahrscheinlich weitreichende sportliche Konsequenzen nach sich gezogen – und erklärte die Begegnung einfach für beendet. Noch heute wird deshalb von einem Eklat gesprochen. Der Rest bleibt aus St. Pauli-Sicht unvergessen: Nach dem turbulenten Spiel ließ sich die Mannschaft auf dem Balkon des „Dock’s“ auf dem Spielbudenplatz euphorisch feiern. Und mittendrin: Lars Knobloch. „Es war für mich als 18-Jährigen natürlich eine unglaubliche Erfahrung, an die man immer wieder gerne zurückdenkt. Dieses tolle Erlebnis hat mich meine gesamte Laufbahn über begleitet“, betont der kommende Trainer der SpVgg Einöder, der an der Seitenlinie Almir Delic ablösen wird. Delic trainiert künftig den Verbandsligisten 1. FC Riegelsberg.

  Lars Knobloch hat alles im Blick. Noch assistiert er beim FSV Jägersburg II Tim Harenberg an der Seitenlinie.
Lars Knobloch hat alles im Blick. Noch assistiert er beim FSV Jägersburg II Tim Harenberg an der Seitenlinie. Foto: Stefan Holzhauser

Knoblochs Heimatverein ist die ASV Kleinottweiler. Nach Jugendstationen beim SV Reiskirchen und dem FC Homburg hielt er den Grün-Weißen auch im Aktivenbereich zunächst die Treue. Verletzungen warfen den Nachwuchsstürmer immer wieder zurück. Nach einem Intermezzo bei der SV Elversberg kehrte er zunächst wieder zum FCH zurück. Im Profibereich konnte er anschließend aber keinen Fuß mehr fassen. Über die Stationen Reiskirchen und Jägersburg kehrte er schließlich zu seinem Heimatverein Kleinottweiler zurück. Seine erste Trainerstation trat er beim FSV Jägersburg III an. Heute assistiert er Tim Harenberg, dem Coach der Jägersburger Ersten.

 Die Fans des FC St- Pauli stürmten im Spiel gegen Homburg drei Minuten vor Ende den Millerntorplatz – der Schiedrichter erklärte das Spiel einfach für beendet – und St- Pauli stieg in die Bundesliga auf.
Die Fans des FC St- Pauli stürmten im Spiel gegen Homburg drei Minuten vor Ende den Millerntorplatz – der Schiedrichter erklärte das Spiel einfach für beendet – und St- Pauli stieg in die Bundesliga auf. Foto: picture-alliance / dpa/Markus_Beck

„Jetzt sehe ich den Zeitpunkt gekommen, erstmals bei einer ersten Mannschaft als Cheftrainer zu arbeiten. Die SpVgg. Einöd-Ingweiler ist ein gut geführter Verein, der in der letzten Saison noch Verbandsliga gespielt hat“, meint der 43-Jährige und ergänzt: „Ich hoffe, dass wir trotz Corona Ende Juni mit der Vorbereitung beginnen können. In der nächsten Saison wollen wir im vorderen Tabellendrittel mitspielen. Dass die aktuelle Runde noch zu Ende gespielt wird, glaubt er nicht, er geht von einem Saisonabbruch aus. Es wird also noch ein wenig dauern bis Knobloch seinen neuen Spielern von der Atmosphäre am Millerntor“ vorschwärmen kann.