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Zum großen Wurf ist erst ausgeholt

Zum großen Wurf ist erst ausgeholt

Der ein oder andere Sportsfreund mit Langzeitgedächtnis und Traditionsbewusstsein kann sich vielleicht noch erinnern, wann in der ehemaligen Tischtennishalle in St. Ingbert zum letzten Mal Fußball gespielt wurde. Es war beim Hallenturnier um den Ingobertuscup, ausgerichtet vom SV St. Ingbert - und das an einem der ersten Januartage 2002. Doch seit dieser Woche werden die Worte Fußball und Tischtennishalle auch von jenen, die es eher mit Gegenwart und Zukunft halten, wieder in einem Atemzug genannt. Denn jetzt ist öffentlich bekannt, was die St. Ingberter Kommunalpolitiker und andere in der Sache Eingeweihte schon seit Wochen wussten, zunächst aber allesamt unter der Decke hielten: Die SV Elversberg hat ihr Interesse an der Tischtennishalle und dem benachbarten Mühlwaldstadion bekundet. Und endlich hat der zuvor geheimnisumwitterte Investor einen Namen.

Wenn es mit dem Trainingszentrum des ambitionierten Fußball-Regionalligisten aus der Nachbarschaft klappen würde, wäre das für St. Ingbert eine richtig gute Sache. Doch bei aller Euphorie, dass sich in Sachen Tischtennishalle nunmehr wirklich etwas tut, darf man nicht übersehen: Bisher gibt es nur wohlgemeinte Pläne, aber noch keine Fakten. Eine Machbarkeitsstudie steht aus, allerlei Vertragsverhandlungen müssen noch geführt werden. Ganz zu schweigen von dem Millionenbetrag, den das Engagement in St. Ingbert die SVE kosten würde. Solche Summen wird auch ein Club, dem finanziell vieles zugetraut wird, nur zahlen, wenn der Gegenwert das erhofft stimmige Konzept mit genügend Eigennutz darstellt. Kurzum: Zum großen Wurf ist ausgeholt, ob er aber auch ins Ziel trifft, bleibt noch abzuwarten.