Wenn die Mutter mit dem Schirme...

Was für ein ekelhaftes Wetter herrscht da derzeit draußen. Nass und kalt, da heißt es, immer einen Schirm dabeizuhaben. Ältere Fußballer wie ein Freund von mir berichten da, dass in den gemeinhin "guten alten Zeiten" wie den 50er- und 60er-Jahren viele Zuschauer und Zuschauerinnen auch zu Spielen bei blauem Himmel einen Schirm mitgenommen haben. Sie wollten sich nicht wie Japanerinnen den weißen Teint erhalten, es ging wohl eher darum, im Derby dem Rechtsaußen des Nachbardorfes mal ein Bein zu stellen. Vielleicht auch, um dem Schiedsrichter zu drohen. Oder einfach, nur, um gegen alle Unbillen, denen man auf einem Sportplatz so ausgesetzt sein könnte, gewappnet zu sein. So war das früher halt, pflegen die Alten heute mit einem leicht verklärten Schmunzeln zu sagen.

Manchmal lief es mit den Schirmen aber auch ganz andersrum. So wie bei der Geschichte, die die Mutter meiner Freundin kürzlich beim sonntäglichen Mittagessen der Familienrunde erzählt. Da soll auf dem Sportplatz im St. Ingberter Mühlwald einst die Mutter eines Spielers auf den Platz gelaufen sein. Wild mit dem Schirm drohend stürmte die Dame wenig damenhaft über den Platz. Und wer bekam es ab? Es traf keinen Gästespieler, sondern ausgerechnet einen ihrer Söhne, mit dessen Leistung sie offenkundig nicht einverstanden war. Ja, bei den Derbys zwischen St. Ingbert und Hassel ging es oft heiß her. Also liebe Fußballer: Wenn Eure Mutter mit dem Regenschirm am Spielfeldrand steht - dann strengt euch lieber richtig an.