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Wehe, wenn Bürger initiativ werden

Wehe, wenn Bürger initiativ werden

Auch in dieser Woche gab es wieder ein Beispiel dafür, dass Beobachtungen, die auf den ersten Blick noch schlüssig wirken, beim genaueren Hinsehen eher seltsam scheinen. So muss man es immer begrüßen, wenn den Besuchern des St. Ingberter Stadtparks dessen Zustand nicht egal ist.

Doch muss man auch fair mit denen umgehen, die sich um die Pflege der Grünanlage kümmern. Und was als großer Hammer angekündigt war, nämlich eine Bürgerinitiative, die gegen Mängel im Stadtpark angeht, erwies sich nicht einmal als kleines Hämmerchen. Die Kämpfer für Sauberkeit, Sicherheit und Schönheit in St. Ingberts grüner Lunge müssen ihr Wirken erweitern. Die drängendste Frage, die sich dort derzeit stellt, lautet doch eigentlich: Gibt es nicht viel zu viele grüne Mülleimer im Park und viel zu wenig Hinweisschilder, wie man sie nutzt?

Zwei andere Themen dieser Woche - Baustellen in der St. Ingberter Innenstadt und der Ingo-Bus - trafen am Mittwoch kurz nach eins in einer knappen Viertelstunde mit Wucht aufeinander. Da nur eine überschaubare Zahl von Buskunden betroffen war, das Dramolett ganz kurz: Weil die Wolfshohlstraße an diesem Vormittag gesperrt worden war, hat der Fahrer der Ingo-Bus-Linie 525 ab 13.01 Uhr kurzerhand die Haltestellen Wollbachstraße, Wolfshohlstraße, Winnweg und Betzentalstraße in St. Ingbert-Mitte allesamt links liegen lassen. Gesagt hatte das den Mitfahrenden allerdings niemand. Die entsprechenden Proteste derer, die sich plötzlich im falschen Bus und vor allem im falschen Film fühlten, konterte der Busfahrer mit einem besonderen Zuruf: "Was wollt Ihr denn, wir sind in St. Ingbert!" Das hieß wohl: Hier gibt es so viele Baustellen , da müssen alle, die in einen Linienbus steigen, doch ein bisschen flexibler sein. Die Buskunden hätten sich da wohl sofort zu einer Bürgerinitiative zusammengetan: für mehr Information sowie für mehr Haltestellen, die auch bedient werden, und gegen Baustellen sowieso. Doch auf der Flucht aus dem "falschen" Bus blieb dafür keine Zeit.