Viele Fragen, noch wenig Antworten

Ungeachtet des närrischen Treibens biegt derzeit ein in Homburg seit langem geplantes Großprojekt auf die Zielgerade ein: die Enklerplatz-Bebauung. Nachdem die baurechtlichen und die raumordnerischen Seiten abgehandelt sind, kann der Stadtrat demnächst Baurecht erteilen, dann liegt es nur noch an dem Investor, wann mit der Realisierung des Shoppingcenters begonnen werden kann.

Die große Mehrheit im Rat steht, gleichzeitig wird das Vorhaben in Teilen der Bevölkerung und der Kaufmannschaft nach wie vor äußerst kritisch gesehen. Daran hat sich nichts geändert, seit vor zwei Jahren ECE den Rückzug aus Homburg verkündet hat und jetzt ein neuer Investor vor der Tür steht. Geändert hat sich in der Innenstadt in den vergangenen zwei Jahren allerdings einiges. Während der historische Marktplatz von Privatleuten derzeit kräftig herausgeputzt wird und auch in anderen Teilen der Stadt Händler großes Engagement zeigen, greift in manchen Straßenzügen der Leerstands-Virus immer mehr um sich. Vor allem die Fußgängerzone ist davon betroffen. Die Hoffnung, die vor zwei Jahren von einigen geäußert wurde, dass alles besser werde, wenn die Mammut-Bebauung auf dem Enklerplatz erst mal vom Tisch ist, bewahrheitete sich also nur zum Teil.

Was aber passiert, wenn das neue Center plötzlich 16 500 Quadratmeter Verkaufsfläche mehr bietet? Haben dann die Kritiker recht, die den Untergang der bestehenden City prognostizieren, oder die Befürworter, die darauf hoffen, dass mit den neuen Möglichkeiten auch die Leerstände verschwinden? Eine verlässliche Antwort kann derzeit keiner geben. Klar ist aber, dass kein Bereich der City hinten runterfallen darf. Das kann gelingen, denn so groß ist die Innenstadt nun auch nicht. Alle sind gefordert, nicht nur die Stadt, sondern auch Privatleute, die endlich ihr Eigeninteresse hintenanstellen müssen.