Scham und Stolz nah beieinander

Der Brandanschlag auf die als Flüchtlingswohnheim vorgesehene ehemalige Schule in Bliesdalheim am Mittwoch hat bei Bürgern und politisch Verantwortlichen in Gersheim große Betroffenheit ausgelöst. Sich eindeutig gegen Fremdenfeindlichkeit zu positionieren, ist sicher das Gebot der Stunde.

Doch für öffentliches Fremdschämen ist es trotz aller Wahrscheinlichkeiten noch zu früh. Erst wenn der oder die Täter ermittelt sind, wird offenkundig, ob der Anschlag von Gersheimern verübt und tatsächlich fremdenfeindlich motiviert war. Stattdessen sollten die Gersheimer neben den eigenen Bemühungen um die Betreuung "ihrer" Flüchtlinge stolz auf ihren Mitbürger Danny Klingler sein. Der Student aus Medelsheim hat einfach mal seine Sachen gepackt, einen Spendenaufruf gestartet und sich per Anhalter auf den Weg zur griechischen Insel Kos gemacht. Dort will er das bis dahin gespendete Geld zur Verbesserung der Situation der Flüchtlinge einsetzen. Natürlich wird Dannys Aktion am Ende nur ein winziges Tröpfchen auf einem heißen Felsen sein. Und natürlich wird dadurch der Brandanschlag von Bliesdalheim nicht aus der Welt geschafft. Aber sie wird gezeigt haben, dass auch Gersheimer das Herz auf dem rechten Fleck tragen.