Nicht schelten auf das Schaltjahr

In diesem Monat dürfen wir alle einen Tag länger arbeiten, denn das Jahr 2016 ist ein Schaltjahr, das heißt, der Februar hat mal wieder 29 statt der sonst üblichen 28 Tage. Und das kommt so: Die Länge des Jahres wird bestimmt von der Dauer des Erdumlaufs um die Sonne.

Der heute übliche Kalender geht auf den vom alten Gaius Julius Cäsar im Jahre 46 vor Christus eingeführten Julianischen Kalender zurück. Dieser Kalender bestand aus zwölf Monaten, die Monate hatten eine Länge von 30 oder 31 Tagen, außer Februar mit 28 Tagen. Alle vier Jahre wurde dann an die 365 Tage ein Schalttag angehängt. Das Sonnenjahr dauert aber in Wirklichkeit statt der durchschnittlichen 365,25 (Julius-)Tage nur 365,2421896698 Tage, das heißt, der Kalender von Julius war ungenau, das Durchschnittsjahr zu lang. Eine Differenz, die sich im Laufe der Jahrhunderte auf zehn Tage belief. Seit Papst Gregor XIII., der diese zehn Tage aus der Geschichte einfach tilgte - auf den 4. Oktober folgte sofort der 15. Oktober 1582 -, gilt folgende Regelung (Gregorianischer Kalender): Glatt durch vier teilbare Jahre sind Schaltjahre. Glatt durch 100 teilbare Jahre sind jedoch keine Schaltjahre. Glatt durch 400 teilbare Jahre sind aber wieder Schaltjahre. So waren beziehungsweise sind zum Beispiel die Jahre 1800, 1900 und 2100 keine Schaltjahre. Die Jahre 2000 und 2400 waren beziehungsweise sind jedoch Schaltjahre. Damit dauert das Gregorianische Jahr 365,2425 Tage und ist damit genauer als das Julianische Jahr. Allerdings ist auch Gregors Jahr immer noch um rund 27 Sekunden zu lang. Erst nach 3200 Jahren, so haben es schlaue Köpfe ausgerechnet, wird sich eine Differenz von einem Tag aufsummieren. Also: Wir sollten nicht hadern, dass wir einen Tag länger arbeiten müssen, sondern die historischen Dimensionen ermessen, die diesem Kalender zukommen.