Neuanfang mit halber Kraft

Zwar nicht heimlich, aber doch eher still und leise hat die Homburger CDU Mitte der Woche einen Schlussstrich unter das für sie desolate Wahlabschneiden im vergangenen Jahr gezogen. Nachdem Michael Forster bereits im Herbst den Fraktionsvorsitz seiner Partei im Stadtrat übernommen hatte, steht er nun auch an der Spitze des Stadtverbandes.

In beiden Fällen folgt er auf Christian Gläser , der ab sofort in der Stadtpolitik keine direkte Rolle mehr spielen wird. Der Abschied des Landtagsabgeordneten ist konsequent, trägt Gläser letztlich doch als vormals Vorsitzender die Hauptverantwortung für die Niederlagenserie seiner Partei bei den Kommunalwahlen. Der Neustart bei den Christdemokraten ist also mehr als notwendig. Es gab beim Großversagen im so wichtigen Wahljahr 2014 mit dem Endergebnis, dass die CDU seit Jahrzehnten nicht mehr den Oberbürgermeister der zweitwichtigsten saarländischen Stadt stellt, viele Ursachen und auch Verantwortliche. Mitunter hatte man als Außerstehender den Eindruck, jeder kämpfe gegen jeden.

Die große Abrechnung blieb dennoch jetzt aus. Denn viele Gläser-Gefolgsleute sitzen weiterhin in der ersten Reihe. Auch Michael Forster gehört dieser Gruppe an, was also auf den ersten Blick nicht unbedingt auf einen rigorosen Politikwechsel schließen lässt. Allerdings: Forster ist weitaus moderater als sein Vorgänger, verbindlicher im Auftreten - und er kommt aus dem starken CDU-Ortsverband Erbach-Reiskirchen. Die Partei sollte ihm eine Chance geben, er muss die allerdings auch nutzen. Ein Weiterso kann keine Lösung sein. Die Situation in Homburg ist für die Christdemokraten unbefriedigend genug und darf nicht einfach als Unfall abgetan werden. Fernziel der CDU kann es nur sein, in vier Jahren die Stadtratsmehrheit zurückzuerobern. Das OB-Amt ist für lange, lange Zeit für sie weg - zum größten Teil selbst verschuldet.