Mehr Fragen als Antworten

Die Vorkommnisse rund um den Homburger Baubetriebshof entwickeln sich zu einer Affäre Schneidewind - mit offenem Ausgang. Zunächst die heftige Kritik vom Personalrat der Stadt, der die Überwachung von vier Mitarbeitern rechtlich überprüfen lassen will, dann das Unverständnis beim Städte- und Gemeindetag wegen der hohen Kosten in Zeiten des Sparzwangs und schließlich das Einschreiten der Kommunalaufsicht des Innenministeriums: Es war keine gute Woche für den Homburger Oberbürgermeister. Diese wurde auch nicht besser, nachdem sich Rüdiger Schneidewind am Donnerstag den Medien und anschließend dem Stadtrat öffentlich erklärte. Denn was er sagte, war nahezu nichts Substanzielles. Immer wieder entschuldigte er sein Schweigen mit dem Hinweis auf das laufende Verfahren beziehungsweise auf die Persönlichkeitsrechte der Betroffenen. Der Fragenkatalog ist seit Schneidewinds Erklärungsversuchen eher länger. Zum Beispiel möchte man gern wissen: Wieso konnten die Kosten der Detektei auf 240 000 Euro explodieren? Wieso hat Schneidewind nicht wenigstens die Personalratsvorsitzende der Stadt mit einbezogen? Ist die Stimmung im Rathaus denn tatsächlich so schlecht, dass kein Vertrauen mehr untereinander da ist, wie gemunkelt wird? Warum nennt der OB die Detektei nicht, das fällt doch nicht unter den Persönlichkeitsschutz? Außerdem sind deren Arbeiten abgeschlossen. Warum hört der Bürger noch nicht einmal ansatzweise etwas über die vermeintlichen Auswüchse im Baubetriebshof? Sie müssen doch erheblich sein, wenn man Einsatz und Kosten der Überwachungsaktion zu Grunde legt. Wieso dauert das Verfahren so lange? Immerhin ist die Überwachung seit Dezember schon beendet. Und warum hat sich die Stadtspitze die verdächtigen Mitarbeiter nicht schon lange gegriffen und diese mit den Vorwürfen konfrontiert? Die haben übrigens inzwischen einen Anwalt eingeschaltet und überlegen wiederum, den OB zu verklagen.

Wenn es dem Oberbürgermeister nicht gelingt, schnellstens Licht ins Dunkel zu bringen und handfeste Ergebnisse auf den Tisch zu legen, wird die Affäre weiter eskalieren. Dann werden weitere schlechte Wochen für Schneidewind folgen.