Licht und Schatten in Walsheim

Die Hiobsbotschaft kam am Montagnachmittag: "Das Heil- und Erziehungsinstitut für Seelenpflege-bedürftige Kinder, Jugendliche und Erwachsene Haus Sonne e.V. hat am 21. März 2016 beim Amtsgericht Saarbrücken Insolvenz im Eigenverwaltungsverfahren angemeldet", hieß es in einer Presseerklärung des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes.

Gleichzeitig wurde betont, dass sich für die 152 in der Behinderten-Einrichtung betreuten Menschen sowie für die 220 Mitarbeiter vorerst nichts ändern werde. Der Wohlfahrtsverband wolle eine gemeinnützige GmbH gründen, die alle Aktivitäten des Vereins fortführen soll. Trotzdem schlug die Nachricht von der Pleite in der Gemeinde Gersheim wie eine Bombe ein. Kommunalpolitiker aller Couleur machen sich Sorgen um den Bestand. Kein Wunder, handelt es sich bei Haus Sonne, das seit über 60 Jahren in Walsheim wirkt, um einen wichtigen Arbeitgeber in der Region. Das Aus von Haus Sonne wäre ein sehr großer Verlust für Walsheim und die Gemeinde, hieß es. Sorgen um die Pensionen der Beschäftigten wurden ebenso geäußert. Jetzt gilt es, nachdem Prüfungen Missstände im Bereich der Behinderten- sowie der Jugendbetreuung offenbart hatten, einen Neuanfang zu finden, damit sich das Haus mit einem neuen Träger stabilisiert. Doch nicht nur Schatten, sondern auch Licht gab es in den vergangenen Tagen in Walsheim, denn der Campingplatz wird privatisiert. Ein holländisches Pächter-Ehepaar, so war aus dem Rathaus zu hören, hat den Platz gekauft. Das spart der Gemeinde nicht nur Kosten, sondern spült auch Einnahmen in die klamme Kasse. Die Gemeinde erhält von den neuen Besitzern eine einmalige Vergütung und dann jährlich einen Erbpachtzins. Eine gute Lösung, denn eine so stark verschuldete Kommune wie Gersheim kann es sich schon längst nicht mehr leisten, Leistungen anzubieten, die nicht originär ihre Aufgaben sind.