Kolumne zur St. Ingberter Pfanne : Derzeit gilt vor allem das Prinzip Hoffnung

Seit einigen Wochen stemmt sich die Stadt St. Ingbert tapfer gegen die kulturellen Leerstellen, die die Corona-Pandemie mit abgesagten Veranstaltungen hinterlassen hat. Die „Kunst im Knast“ beschert Bands, Literaten und Kabarettisten die Chance, dass sich Publikum und Künstler nicht ganz entwöhnen.

Und die Sommerkonzerte im Hof des ehemaligen Gefängnisses bieten zumindest ein Trostpflaster für die Wunde, die die in den Vorjahren so beliebten wöchentlichen Sommerkonzerten des Heimat- und Verkehrsvereins in der warmen Jahreszeit diesmal bei vielen Musikfreunden geschlagen hat.

Auch das für Kulturliebhaber in den kommenden Wochen wahrscheinlich wichtigste Ereignis in der Mittelstadt ist gerettet. Im September ist der Wettbewerb um die St. Ingberter Pfanne mit Live-Auftritten und Besuchern fest geplant. Am neuen Spielort Industriekathedrale auf der Alten Schmelz sogar mit so vielen Besuchern, wie die aktuelle Corona-Verordnung unter Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln maximal zulässt. Doch gerade die in unsicheren Zeiten fast im Wochentakt geänderte Verordnung warf schon bei der Vorstellung des Pfannen-Programms Fragen auf. Könnte die heimliche Kulturhauptstadt reagieren, wenn die Regeln für Veranstaltungen nochmals verschärft würden oder sogar die befürchtete zweite Corona-Welle käme? Gäbe es dann einen Plan B für die Pfanne? Ja, sagten die Kultur-Verantwortlichen. Vermutlich online. Mit Programmen aus der Konserve. Doch viel lieber sei es den Wettbewerbshütern und den Bewerbern, wenn das Corona-Virus gezähmt würde und Besucher mit gebotenem Abstand vor der Bühne und nicht vorm Bildschirm lachen und staunen könnten. Wie in vielen anderen Bereichen gilt angesichts der anhaltenden Corona-Wirren halt vor allem das Prinzip Hoffnung, nach dem alles irgendwie doch bald wieder gut wird.

Wie sehr gerade der Kulturbereich auf das Prinzip Hoffnung setzen muss, machte auch Kulturamtsleiter Ingo Nietert deutlich, den die Corona-Folgen unsanft in das neue Amt geleitet haben. Unverdrossen will er auch in schwierigen Zeiten Signale an die Bürger senden, dass das Kulturelle in Stadt und Land wichtig bleibt. Die wegen der Pandemie abgesagten Auftritte seien nur verschoben und sollen nachgeholt werden, sobald wieder Normalität einkehrt. Hoffentlich geschieht das bald. Sonst könnten die Bürger ganz andere Sorgen umtreiben als die wegen fehlender Kultur-Events. Oder ob sich bei der Pfanne noch ein sicherer Platz findet.