1. Saarland
  2. Saarpfalz-Kreis
  3. Kolumnen

Kolumne: Der Engländer, der mit Marilyn Monroe eine Woche erlebt hat

Apropos : Eine Woche mit Marilyn

Erst 1995 veröffentlichte der britische Filmemacher Colin Clark, was er 1956 als junger Absolvent erlebte. Frisch aus dem Eton-College ins Berufsleben entlassen, suchte Clark eine Stelle. Er wollte, wie so viele seiner Zeitgenossen, zum Film.

Mehrmals wird Clark abgewiesen, bleibt aber beharrlich. Er bekommt einen Job, wird Regieassistent des legendären Schauspielers und Regisseurs Sir Laurence Olivier, der in England gerade die Komödie „Der Prinz und die Tänzerin“ dreht. In den Hauptrollen: Laurence Olivier selbst und der damals wohl größte Filmstar, Marilyn Monroe. Fast 40 Jahre später veröffentlicht Clark sein Buch unter dem Titel „Der Prinz, die Tänzerin und ich“. Denn für ihn sollte es eine Woche werden, die er sein Leben lang nicht vergessen wird: Monroe beginnt eine Romanze mit ihm, dem damals unscheinbaren College-Abgänger. Schlussendlich müssen sie sich trennen, Monroe ist verheiratet und bekannt dafür, Herzen zu brechen. Die eine Woche bleibt.

Springen wir ins Jahr 2021. Nachdem ich den Film „My Week with Marilyn“ gesehen hatte, fragte ich mich: Könnte man auch heutzutage eine solche Woche voller Leichtigkeit mit dem größten Filmstar der Welt genießen angesichts von Paparazzi und überall lauernden Handy-Knipsern? Nein. Und gibt es überhaupt noch DEN größten Filmstar unserer Zeit?

Nein, den gibt es nicht. Nicht mehr. Die Welt von heute hat viele Stars, Sternchen und Möchtegerne. Alle wollen gesehen, gehört, gelikt und geteilt werden. Jedes noch so kleine Zucken wird mitgeteilt. Die Großen unserer Zeit sind im Gewimmel der Vielen kleiner geworden.

Zum Glück braucht es für eine unvergessliche Woche nicht den größten Filmstar der Welt an der Seite.