Hamburg oder Sweijbruggen

Wenn ein Saarländer in einer Entbindungsklinik sein Kind identifizieren soll, dann zeigt er lieber auf das schwarze Baby afrikanischer Eltern, bevor er Gefahr läuft, einen Pfälzer zu adoptieren. So jedenfalls geht ein Witz.

Aber so ganz abwegig ist das nicht. Denn wenn es um die dräuende Schließung des ev. Krankenhauses in Zweibrücken geht, verstehen die Zweibrückerinnen keinen Spaß. Da mit der Schließung auch die Entbindungsstation verloren ginge, müssten die Pfälzerinnen zur Entbindung wohl oder übel nach Homburg ausweichen. Sofern sie nicht doch nach Kaiserslautern fahren. Aber wer will schon so etwas Kompliziertes wie "Kaiserslautern" im Pass stehen haben? Es gibt bekanntlich Gebärtourismus, um den Kindern später bessere Karrierechancen zu ermöglichen. Schwangere Mütter fliegen schnell mal an einen edlen Ort, zumal die Angabe des Geburtsortes eine ständige Schlüsselfrage im Leben ist. Und wer Paris oder London angibt, darf sich erhaben fühlen. Immerhin klingt Homburg für Amerikaner wie Hamburg. Zweibrücken ist hingegen schwer auszusprechen: "Sweijbruggen". Und jeder fragt sofort: Wo ist das denn? Das dürfte die Pfälzerinnen am Ende doch noch mit Homburg versöhnen, denn da befindet sich für viele Ausländer wenigstens ein großer Hafen.