Großes Schweigen allenthalben

Die Unwetter, die in dieser Woche nahezu in ganz Deutschland gewütet haben, sind diesmal auch unserer Region verdächtig nahe gekommen. In Teilen des Saarlandes war Land unter - Straßen wurden überflutet, Menschen mussten aus ihren Häusern flüchten. Der Raum Homburg blieb glücklicherweise verschont, hier gab es weder Hochwasser noch Erdrutsche . Auch ein Erdrutsch rund ums Rathaus blieb (noch) aus - wenngleich es wegen der Vorkommnisse rund um den Baubetriebshof unter der Oberfläche kräftig rumort. Ob beim Bäcker, Friseur oder Arzt, überall ist die Überwachungsaktion des Oberbürgermeisters mit externen Detektiven Thema. Und der Tenor ist eindeutig: Unregelmäßigkeiten bei der Stadt gehören aufgeklärt, aber nicht auf diese Art - von den hohen Kosten ganz zu schweigen. Ansonsten erfuhr die Öffentlichkeit in dieser Woche nichts Neues. Ergebnisse der detektivischen Arbeit sind weiter unter Verschluss. Die Kommunalaufsicht, die einen Fragenkatalog an den OB geschickt hat, hält sich noch bedeckt. Der Personalrat der Stadt geht davon aus, erst in der kommenden Woche Aufklärung darüber zu erhalten, wie das Vorgehen Rüdiger Schneidewinds juristisch zu werten ist.

Und die Stadtratsfraktionen scheinen nach einem kurzen Aufschrei der Empörung wieder in Lethargie verfallen zu sein. Das könnte damit zusammenhängen, dass die Fraktionschefs vom OB zwar erst nach Einsatz der Detektive informiert wurden, aber nach Bekanntwerden immerhin ein halbes Jahr geschwiegen haben und lieber untätig blieben. Die Frage muss erlaubt sein, ob hier der Rat seiner Pflicht als Kontrollorgan der Stadtverwaltung überhaupt ausreichend nachkommt. Die übermächtige "Große Koalition " lässt eine echte Opposition quasi nicht zu. Und das kann ganz sicher auf Dauer nicht im Sinne der Stadt und ihrer Bürger sein.