Gelb-Sperre wie an der roten Ampel

Der große Aufreger in dieser Fußball-Woche waren die beiden Gelben Karten zweier Spieler vom Bundesligisten Werder Bremen . Beide holten sich absichtlich ihre fünfte Verwarnung in Gelb ab, um sie dann im kommenden Spiel gegen Bayern München abzusitzen.

Abgesehen davon, dass es doch eigentlich schön sein müsste, einmal gegen die Bayern zu spielen, zeugt das Vorgehen von zweierlei.

Zum einen von Angst, gegen die Bayern eine mehr oder minder niedrige Niederlage einzukalkulieren und dann lieber für "wichtigere" Spiele unbelastet zu sein. Und zum anderen von einem gerüttelt Maß an Dummheit, denn zumindest Zlatko Junuzovic gab das Ganze freimütig zu. In der schönsten Tradition eines Frank Ordenewitz. Die einen halten das jetzt für unfair, die anderen für gang und gäbe. Gemacht haben es sicher schon einige Bundesliga-Spieler - dem Vernehmen nach zuletzt auch welche aus Darmstadt. Nur die haben es nicht so freimütig eingestanden.

Uns erinnert das Ganze irgendwie an eine rote Ampel: Ab und an stiefeln manche Leute nach sorgfältigen Blicken trotzdem verbotenerweise über die Straße. Würden wir natürlich niemals machen. Stehen allerdings kleine Kinder oder ein Polizeiauto vor der Lichtsignalanlage, sollte man vielleicht doch lieber stehen bleiben.

Nicht mehr viel gegangen ist am Sonntag offenbar auch bei den Spielern des SV St. Ingbert II in der Kreisliga A Bliestal. Die verloren zu Hause auf ihrem Hartplatz gegen die SG Parr Medelsheim mit 0:13. Kann einmal passieren in der untersten Liga. Klar! Gerade dann, wenn der Vorletzte gegen einen Aufstiegskandidaten spielt. Aber: Dass es zur Pause noch 0:0 gestanden hatte, macht das Spiel doch sehr ungewöhnlich. Auch ohne Gelb-Sperre.