Drei-Ohren-Lösung und sonst nix?

Wer die Bürgerversammlung am Montagabend in Reiskirchen zu den geplanten Autobahn-Projekten verfolgt hat, wird in einer ersten Reaktion sagen: Gut, so viel Neues haben wir jetzt ja nicht gehört. Dem kann man nicht widersprechen - und doch gab es einige Hinweise.

So wird es am bestehenden Autobahnanschluss Homburg-Bexbach keine andere Lösung als die der drei Ohren geben. Eine alternative Kreisellösung will man nicht beziehungsweise sieht man als nicht umsetzbar an. Vier Ohren hätten zwar alle Seiten gern, dafür reicht das Verkehrsaufkommen aber wohl doch nicht. Ist der Verkehr hier also vielleicht nicht so schlimm, wie manche einen glauben machen wollen? Zu dem Schluss könnte man kommen. An der Drei-Ohren-Lösung wird seit zehn Jahren geplant, seitdem hat der Verkehr zweifellos zugenommen. Dennoch wird die Region nach diesem Jahrzehnt der Planung und Untersuchungen mit der Minimallösung auskommen müssen - drei Ohren und sonst nix, also?

Auch wenn die Stadtspitze weiterhin verspricht, zu prüfen, ob eine neue Autobahnanbindung im Osten über die stillgelegten Bahngleise möglich ist, bleiben hier Zweifel. Diese Variante würde planerisch aufwendig und damit teuer werden. Den Beobachtern am Montag dürfte klar geworden sein: Wenn es dereinst eine neue Ostanbindung gegen sollte, dann wird sie mit Sicherheit bei Reiskirchen direkt durch den Wald verlaufen - mit allen Konsequenzen. Bis es so weit ist, werden aber noch Jahre ins Land ziehen. Gut möglich, dass dann gar kein Geld für neue Autobahnprojekte mehr da ist und man das vorhandene dazu benutzt, die bestehenden Straßen vernünftig zu sanieren.