Zollbahnhof-Projekt gestoppt

Altstadt. Es war ein Ortstermin mit Überraschungseffekt: Eigentlich wollte sich der Altstadter Ortsrat in seiner Sitzung am Mittwochabend auf dem Areal der Wohngebäude "Am Zollbahnhof" ein Bild machen von dem, was die Investoren Michael Hensgen und Klaus Schmidt, Geschäftsführer des Autozentrums Schmidt mit Filial-Sitz in Limbach, dort für die Zukunft geplant haben

Altstadt. Es war ein Ortstermin mit Überraschungseffekt: Eigentlich wollte sich der Altstadter Ortsrat in seiner Sitzung am Mittwochabend auf dem Areal der Wohngebäude "Am Zollbahnhof" ein Bild machen von dem, was die Investoren Michael Hensgen und Klaus Schmidt, Geschäftsführer des Autozentrums Schmidt mit Filial-Sitz in Limbach, dort für die Zukunft geplant haben. Doch genau zu diesen Plänen hatte sich am Mittwochmorgen eine entscheidende Änderung ergeben: Die von Hensgen und Schmidt eigentlich vorgesehene Errichtung von acht kleinen Reihenhäusern hinter der bestehenden, dreiteiligen Wohnbebauung wurde durch das Umweltministerium kategorisch abgelehnt. Grund für die Ablehnung sei, so Hensgen gegenüber den Ortsratsmitgliedern, der Landesentwicklungsplan "Siedlung" gewesen. Der regelt saarlandweit die Möglichkeiten der Kommunen, neuen Wohnraum zu schaffen. Im Falle des Gebietes "Am Zollbahnhof" an der Kaiserstraße kam das Ministerium zum Schluss, dass es sich bei diesem Areal um einen Außenbereich handeln würde. Dies würde, mit Blick auf die noch vorhandenen Möglichkeiten einer Schaffung von Wohnraum in der Innerortslage, ausschließen, am Zollbahnhof ein neues Wohngebiet zu schaffen. Hensgen zeigte sich beim Ortstermin am Mittwochabend, "den ich eigentlich abgesagt hätte, wenn das Ganze nicht so kurzfristig gewesen wäre", überrascht und enttäuscht von der Entscheidung in Saarbrücken, die ihm und Bürgermeister Frank John nur wenige Stunden zuvor bei einem Treffen im Umweltministerium mitgeteilt worden war. "Und das, obwohl es einen anders lautenden Vorbescheid gegeben hatte." Bei den Mitgliedern des Ortsrates kam für die ministerielle Entscheidung wenig Verständnis auf. Für Hensgen und Schmidt stellt sich nun die Frage, wie mit dem Areal in der Zukunft verfahren werden soll. Eigentlich war zusätzlich zu den acht Reihenhäusern noch die Schaffung eines Ferienwohnungsangebotes mit mehreren Einheiten in den Räumen der alten Gaststätte geplant. Zusätzlich sollte auf der gerodeten Freifläche Richtung Homburg ein gewerbliches Angebot entstehen. Doch mit dem Aus für die Wohnbebauung sah Hensgen wenig Chancen für die Einrichtung von Ferienwohnungen/Kurzzeit-Appartements. Denn: "Wenn wir statt der Wohnbebauung dort ein produzierendes Gewerbe ansiedeln, was laut Umweltministerium möglich wäre, dann würden die Mieter der Ferienwohnung nicht auf in die Landschaft eingepflegte Reihenhäuser, sondern auf eine Betriebshalle blicken." Dies sei, so Hensgen, kaum vermarktbar. Und eine Gewerbeansiedlung sei kaum möglich, "solange wir einem möglichen Investor hier nicht sagen können, was genau wir machen dürfen und was nicht."

Auf einen Blick Durch den Landesentwicklungsplan, Teilabschnitt "Siedlung", vom 4. Juli 2006 wurden durch die saarländische Landesregierung planerische Voraussetzungen geschaffen, die ermöglichen sollen, dass sich das Saarland unter Berücksichtigung einer nachhaltigen Siedlungsentwicklung und Konsolidierung der Infrastruktureinrichtungen und unter Berücksichtigung der Belange von Natur und Landschaft zukunftsorientiert weiter entwickeln kann. thw