Zerbrechliche Klanggewebe

Kirkel. Trotz der misslichen Straßenverhältnisse folgten am Sonntagmorgen viele Chorfreunde der Einladung des Saarpfälzischen Kammerchores und der Pfarrgemeinde zum Gedenkgottesdienst für verstorbene Chormitglieder und Förderer in die Friedenskirche Kirkel-Neuhäusel

Kirkel. Trotz der misslichen Straßenverhältnisse folgten am Sonntagmorgen viele Chorfreunde der Einladung des Saarpfälzischen Kammerchores und der Pfarrgemeinde zum Gedenkgottesdienst für verstorbene Chormitglieder und Förderer in die Friedenskirche Kirkel-Neuhäusel. "O du Wort gleich dem Höchsten, unsere einzige Hoffnung", so begann der große französische Sprachklassiker Jean Racine vor über 300 Jahren seine berühmte Cantique. Der Spätromantiker Gabriel Fauré hat die Lyrik vor 150 Jahren in entrückte Klänge getaucht, die der Kammerchor und der Pianist Paul O. Krick unter der Leitung von Kurt Kihm mit feinem Sinn für das zerbrechliche Klanggewebe wiedererstehen ließen.

Die Kraft des "Wortes" wurde im Gedenkgottesdienst noch oft beschworen, so auch in der anschaulichen Predigt von Gemeindereferentin Sabine Grützner über das 12. Kapitel des Römerbriefes. Sie schilderte, wie die junge Witwe Maria in der Römischen Gemeinde bei dem Gruß und der Auszeichnung des ihr noch unbekannten Apostels Paulus geradezu aufblühte. Folglich könne auch in der Pfarrgemeinde, in der Familie oder auch in einem Chor ein ermunterndes, anerkennendes Wort Wunder bewirken.

Der Saarpfälzische Kammerchor kommentierte das Predigtwort mit klingenden Beispielen, so mit der flehentlichen Bitte zwischen Sopransolo, Chor und Continuo "Erhör uns, o Herr" aus dem "Judas Makkabäus" und mit dem aufjauchzenden "Singt, Himmel, singt" aus dem "Belsazar" von Georg Friedrich Händel. "Vollendet ist das große Werk" aus der "Schöpfung" von Joseph Haydn erinnerte in der akkuraten Wiedergabe an das Schöpfer-Wort in der Genesis. Die rhythmischen Chorfinessen im modernen Klanggewand "Gott, du bist mein Gott, den ich suche" und "Fürchte dich nicht" waren ein Echo machtvoller Worte in den Psalmen und in den Visionen des Jesaja.

Worte der Anerkennung und des Dankes fand Sabine Grützner zum Beifall der Gemeinde vor dem Schlusssegen für die "Bereicherung des Gottesdienstes" durch Frau Schwender an der Orgel, sowie den Gastchor und seiner Solisten. Die Sopransolistin Ulrike Schäfer, der Kammerchor und der Pianist zogen noch einmal alle Register ihrer Kunst im "Weihnachts-Helleluja" von Thomas Hettwer, der sich im Mittelteil "Ein Wort hat Gestalt angenommen" ausdrücklich auf die Menschwerdung Gottes im Johannes-Evangelium bezog. red