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"Wir sind eine große Dorfgemeinschaft"

"Wir sind eine große Dorfgemeinschaft"

Umreißen Sie kurz die dringlichsten Aufgaben in der Gemeinde.Hochlenert: Fortsetzung der erfolgreichen Bemühungen, uns für die Zukunft weiter fit zu machen. Konkret: Hier muss man gerne und gut wohnen können und hier muss man auch einen Job finden. Wir haben in acht Jahren mehr als 600 zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen und die Familienangebote erheblich erweitert

Umreißen Sie kurz die dringlichsten Aufgaben in der Gemeinde.Hochlenert: Fortsetzung der erfolgreichen Bemühungen, uns für die Zukunft weiter fit zu machen. Konkret: Hier muss man gerne und gut wohnen können und hier muss man auch einen Job finden. Wir haben in acht Jahren mehr als 600 zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen und die Familienangebote erheblich erweitert. Kirkel ist saarlandweit im Gespräch als sehr attraktive Gemeinde. Unser Haushalt ist ausgeglichen. Unser Zukunftsziel ist: Die Einwohnerzahl muss in Kirkel trotz zurückgehender Bevölkerung stabil bleiben. Das geht nur durch Zuzug.Welcher Ortsteil hat sich Ihrer Meinung nach in den letzten Jahren am besten entwickelt?Hochlenert: Wir sind in der Gemeinde in der sehr komfortablen Situation, in der Verwaltung kein Ortsteildenken zu haben. Wir sind eine große Dorfgemeinschaft. Wir setzen die Projekte nach und nach um. Schmuckstücke haben wir viele und jedes glänzt auf seine Art: Die Limbacher Hauptstraße zählt zu einer der schönste Ortsdurchfahrten im ganzen Land. Auf in der Siedlung Waldland haben wir vor einem Jahr gleich mehrere Straßen sehr schön gestalten können. In Altstadt haben wir rund um die Halle alles hübsch herrichten können. Ein riesiger Erfolg für das gesamte Dorf sind unsere tollen Kindertagesstätten und Kindergärten: Alles tip-top, so dass die Kleinen sich wohl fühlen. Und wir haben beide Schulen erhalten können.Welcher Ortsteil hat den größten Nachholbedarf? Hochlenert: Was gemacht werden muss und was gewünscht wird, schlagen grundsätzlich die Ortsräte mit ihren jährlichen Prioritätenlisten vor. Diese Vorschläge sind die Richtschnur. Das Thema Verkehrsbelastung ist für mich ein Projekt, das alle Kräfte fordert, denn hier sind alle drei Ortsteile belastet. Ein Grund für die vielen Lkw ist sicher auch die Autobahnmaut. Die Limbacher Windschnorr wird entlastet, wenn der Homburger Autobahnanschluss in der Mastau bei Einöd fertig ist. Dazu führe ich in diesen Tagen noch Gespräche mit dem Homburger Oberbürgermeister Schöner. Für Limbach bedeutet dieser Homburger Anschluss eine tägliche Entlastung um mehr als 10000 Fahrzeuge. Das haben Verkehrszählungen gezeigt. Auf welchem Sektor sehen Sie die Zukunftschancen der Gemeinde?Hochlenert: Unsere Zukunft ist unsere gute Ausstattung, die gute Anbindung an die umliegenden Städte, unser aktives Vereinsleben, die Vielfalt der Natur und der nachbarschaftliche Stil, den wir im Dorf untereinander pflegen. Damit müssen wir außerhalb der Gemeinde werben, damit Kirkel nicht schrumpft. Was würden Sie im Falle einer Wahl sofort anpacken?Hochlenert: Ich werde dort weitermachen, wo ich am Freitag vor der Wahl aufgehört habe. Haushaltskonsolidierung, aktive und erfolgreiche Wirtschaftsförderung, ganz aktuell beim Drahtseilwerk Casar beispielsweise, An- und Einwerben von Fördergeldern beim Land, Bund oder in Brüssel, beispielsweise für den Jugendzeltplatz, wofür bereits EU-Fördermittel aus dem 106 Millionen Euro umfassenden EFRE-Topf beantragt sind.Welches Stück Natur schätzen Sie am meisten im Bereich der Gemeinde?Hochlenert: Der Felsenpfad hat mich als Kind schon immer in seinen Bann gezogen und das ist auch heute noch so - mystisch, dramatisch, mächtig. Und nach ein paar Schritten bin ich wieder zu Hause.Gibt es Prinzipien, von denen Sie nicht abgehen möchten?Hochlenert: Ja, selbstverständlich. Ehrlichkeit, Aufrichtigkeit, Glaube und Vertrauen. Ohne Tugenden scheitert man - nicht nur als Bürgermeister.Haben Sie eine Vision? Utopie?Hochlenert: Kirkel 2025: steigende Kinderzahlen durch mehr Geburten und durch Zuzug, ein wie bereits heute ausgeglichener Haushalt, wir sind bekannter Urlaubsort für Aktiv- und Wanderurlauber aus ganz Deutschland. Vielleicht schon früher würde ich mir eine konstruktivere Stimmung und klare Mehrheitsverhältnisse im Gemeinderat wünschen, damit der Weg bis 2025 nicht so steinig wird.Welches war das wichtigste politische Ereignis in Ihrer bisherigen politischen Laufbahn?Hochlenert: Der Fall der Mauer und das Ende des menschenverachtenden Unrechtsystems der DDR. Das Ereignis jährt sich am Wahlsonntag. Es ist untrennbar mit Altbundeskanzler Helmut Kohl verbunden.Was werden Sie am Wahlabend tun?Hochlenert: Mit meiner Familie und Freunden gemeinsam im Dorfbrunnen in Altstadt den Wahlausgang diskutieren.Wie viele Stunden in der Woche wollen Sie als Bürgermeister arbeiten?Hochlenert: Bisher sind es in der Woche häufig mehr als 60 Stunden, zudem die Termine an den Wochenenden. Durch den Wahlkampf ist es teilweise noch mehr. Erfolgreiches Arbeiten macht Freude, da schaut man nicht auf die Uhr. Wie viele Stunden in der Woche wollen Sie Ihrer Familie einräumen?Hochlenert: Ich bin sehr froh darüber, dass meine Familie mich so unterstützt, auch wenn Privates manchmal warten muss. Haben Sie noch Vorlieben außer der Politik und welche?Hochlenert: Unsere vier Kinder und unser Enkelkind - und wenn dann ab und zu Zeit bleibt, gerne ein schönes Glas Rotwein.Welches sind Ihre Vorbilder und warum?Hochlenert: Mein Onkel Werner Ferrang, der als Gewerkschafter bis zu seinem Tode 1975 für die CDU im Deutschen Bundestag war.Wann sagen Sie von sich: Ich bin zufrieden?Hochlenert: Wenn das Wünschenswerte und das Machbare so zusammengefunden haben, dass alle damit zufrieden sind.Welche Musik hören Sie, wenn Sie nach einem nervigen Tag entspannen wollen?Hochlenert: Auch wenn's schon etwas angestaubt klingt: Reinhard Mey.Was essen und trinken Sie am liebsten?Hochlenert: Mediterrane Küche und dazu passende Getränke. Meine drei Buben schätzen von mir zubereitetes Lyonergulasch.Was fingen Sie mit dem Leben an, wenn Sie heute 20 wären?Hochlenert: Wir stehen immer vor Herausforderungen, privat und beruflich. Darum geht mein Blick nach vorne, stets gefestigt aus den vielfältigen Lebenserfahrungen der hinter uns liegenden Zeit.

Zur PersonName: Armin HochlenertGeburtsdatum: 17. 4.1953 Wohnort: Kirkel, BurgstraßeFamilienstand: verheiratet, vier Kinder Konfession: katholisch Ausbildung: Dipl. VerwaltungswirtBeruf: Seit Juli 2001 Bürgermeister von KirkelPartei: CDU, seit 1973Parteiämter: Mitglied des CDU- Kreisvorstandes.