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Wenn der Specht hämmert und der Rabe krächzt

Wenn der Specht hämmert und der Rabe krächzt

Reine Stimmen und schauspielerische Untermalung der Lieder sorgten für viel Applaus: Mit der „Pfälzischen Kurrende“ gastierte einer der besten deutschen Frauenchöre in der Kirkeler Friedenskirche.

Nicht zu viel versprochen: Dieses Fazit zog Karl-Friedrich Strohmeier, der Vorsitzende des evangelischen Kirchenbauvereins Kirkel , nach dem Auftritt der Pfälzischen Kurrende unter Leitung von Carola Bischoff im Gottesdienst und bei einer Matinee in der Friedenskirche in Kirkel am vergangenen Sonntag (wir berichteten). Der Frauenchor, der schon zwei Mal den deutschen Chorwettbewerb in der Kategorie Frauenchor gewonnen hat und letzten Herbst sein 30-jähriges Bestehen feierte, bot ein abwechslungsreiches Programm, welches das Publikum begeisterte. Die reinen Stimmen der Sängerinnen, zum Teil von Caroline Jurkat am Klavier begleitet, tauchten die Zuhörenden in ein Wechselbad der Gefühle. Eine besondere Stärke des Chores ist neben den klanglichen Qualitäten die schauspielerische Untermalung der dargebotenen Lieder.

Darum hörte man nicht nur den Specht hämmern und den Raben krächzen, sondern sah auch all das Zetern und Gebalze der gefiederten Hochzeitsgäste. Pablo Casals "Nigra sum", eine Vertonung eines Abschnitts aus dem Hohen Lied der Liebe, bildete dann den Übergang zu zwei ergreifenden Liebesliedern. Sowohl das Volkslied "Über den Berg ist mein Liebster gezogen" als auch das von Uli Führe vertonte Gedicht "Weil du nicht da bist" von Mascha Kaleko betrauern den Verlust einer geliebten Person. Gerade die nicht kitschige, sondern klare Darbietung der Kurrende ging ans Gemüt. Während das Lied "Music for a while" des englischen Barockkomponisten Henry Purcell noch eindringlich die Macht der Musik pries, zauberte die moderne Vertonung des altenglischen Gedichts "Spring, the sweet spring" dann wieder ein Lächeln ins Gesicht der Zuhörer.

Zu echt klangen die eingestreuten Vogelstimmen und das mit Hilfe von Wassergläsern erzeugte Zirpen und Geschwirre - und erst das charmante "Cuckoo, jug-jug, pu-we, to-witta-woo! Das für einen Wettbewerb in China eingeübte Lied "Jasminblüte" erweckte mit zur Musik passenden Gesten die Vorstellung vom Pflücken, Weiterreichen und Zuwerfen der besungenen Blüten.

Das letzte Lied war "Baba Yetu", ein Vaterunser auf Suaheli, das mit viel Lebensfreude und Innigkeit vorgetragen wurde. Der begeisterte Applaus wurde mit einem weiteren musikalischen und schauspielerischen Höhepunkt, dem afrikanischen "Dinasi" belohnt, bevor sich die Pfälzischen Kurrende mit "Ich sag Ade" verabschiedete.