Wenig Tempo am Zunderbaum

Homburg/Kirkel. Das Konversionsgelände des ehemaligen Bundeswehrdepots am Homburger Zunderbaum gehört zu den wenigen verbliebenen Flächen im Saarland, die für die Ansiedlung von Industrie und Gewerbe im großen Stil geeignet sind

Homburg/Kirkel. Das Konversionsgelände des ehemaligen Bundeswehrdepots am Homburger Zunderbaum gehört zu den wenigen verbliebenen Flächen im Saarland, die für die Ansiedlung von Industrie und Gewerbe im großen Stil geeignet sind. Seit Jahren ist ein Planungsverband der Kommunen Homburg und Kirkel, auf deren Gemarkungen das Areal liegt, damit beschäftigt, die Entwicklung hin zur Nutzung als Industrie- und Gewerbefläche voranzutreiben. Vorsitzender des Planungsverbandes war bis zum Amtsantritt von Frank John dessen Vorgänger als Kirkeler Bürgermeister, Armin Hochlenert, der Zunderbaum liegt zu rund zwei Dritteln auf Kirkeler Gebiet. Nach der zurückliegenden Kommunalwahl muss sich allerdings auch der Planungsverband wohl ein neues Gesicht geben, wie sich die personelle Zusammensetzung für die folgenden Jahre präsentieren wird, soll Gegenstand von kommenden Verhandlungen sein. Dann wird auch entschieden, wer der neue Vorsitzende des Gremiums werden wird. Kritik von außen gibt es immer wieder an der Geschwindigkeit der Entwicklung und am Engagement des Planungsverbandes. Unabhängig von durchaus medienwirksamen Auftritten ranghoher Landes- und Europapolitiker scheint sich in der Vergangenheit wenig Greifbares getan zu haben, das Gremium Planungsverband selbst hat sich vor einem Jahr zum letzten Mal getroffen. Im Kirkeler Rathaus kennt man die Probleme, in der vergangenen Woche stand eine interne Standortbestimmung auf dem Terminkalender von Bürgermeister Frank John. "In der Tat sieht es im Moment so aus, dass seit 2006 nicht wirklich viel passiert ist. Es gibt einen Beschluss, um dort einen Bebauungsplan aufzustellen. Das ist der Stand der Dinge." Nun gelte es, die Erschließung, so John, auf ein neues Niveau zu bringen. "Das erfordert neue Anstrengungen." Druck von außen könnte eine erfolgreiche europaweite Ausschreibung zum Verkauf des Geländes durch den Eigentümer, die Bundesanstalt für Immobilienverwaltung (Bima), bringen. Hier scheint sich mittelfristig eine Entscheidung abzuzeichnen. Für John wichtige Eckpunkte in der Entwicklung, deren Planungshoheit bei den beiden Kommunen liegt: Keine Anbindung des Zunderbaums über die Gemarkung Kirkel, die zu einer Verkehrsmehrbelastung von Altstadt führt, und, im Gegensatz zu bisherigen Planungen, eine eher kleinteiligere Ansiedlung von Gewerben. Auch in Homburg hat man die zeitlichen Abläufe der Vergangenheit im Blick. "Wir hätten uns gewünscht, dass wir etwas schneller vorangekommen wären. Aber der Zunderbaum bedeutet eben das Bohren dicker Bretter", so der für Liegenschaften zuständige Bürgermeister Klaus Roth. Eine der Herausforderungen: die Zuwegung zum Areal, derzeit nur möglich durch eine Anfahrt über die Bundesstraße 423. Diese ist für eine Erschließung unterdimensioniert, für Roth führt der Weg an einer weiteren Zufahrt an Altstadt nicht vorbei. "Hier ist auch die Landesplanung gefragt." Meinung

Eine Nummerzu groß

Von SZ-RedakteurPeter Neuheisel Seit Jahren wird über die Erschließung des Riesengeländes am Zunderbaum zu einem Industrie- und Gewerbegebiet diskutiert. Seit Jahren tut sich nichts. Man möchte sogar den Eindruck gewinnen: So richtig wagt sich niemand an das Thema. Die Interessen der im Planungsverband vertretenen Kommunen Homburg und Kirkel könnten unterschiedlicher gar nicht sein. Das trifft zum einen auf den Zuschnitt des Gebietes zu - Kirkel will kleinteiliges Gewerbe, Homburg eine Großansiedlung. Zum anderen ist die Zuwegung strittig. Über Homburger Bann dürfte diese wegen des hohen Verkehrsaufkommens nicht funktionieren. Über Kirkeler Beritt würden die Altstadter stark in Mittleidenschaft gezogen, Widerstand formiert sich. Vielleicht ist der Zunderbaum doch eine Nummer zu groß für die zwei Gemeinden. Auf einen BlickDas Konversionsgelände Zunderbaum, ein ehemaliges Bundeswehrdepot, gehört zu den sieben zukunftsträchtigen Arealen für die großflächige Ansiedlung von Industrie und Gewerbe im Saarland und ist Teil des Masterplanes der Landesregierung. Das Gelände umfasst insgesamt 51 Hektar, rund 40 davon sind gewerblich nutzbar. Für die Entwicklung des Areals haben die beiden geografisch beteiligten Kommunen Homburg (ein Drittel Flächenanteil und Zuwegung) und Kirkel (zwei Drittel Flächenanteil) einen Planungsverband gegründet, der deren Interessen wahrnimmt. thw