Kanalmaßnahme in Limbach Weiterhin Geduld vor der roten Ampel

Altstadt · Eine EVS-Baumaßnahme mit Straßensperrung sorgt für Wartezeiten auf der L 119 zwischen Limbach und Homburg.

 Dieses deutlich größer als sein Vorgänger dimensionierte Rohr in Richtung Blies ist aktuell eines der sichtbaren Ergebnisse der umfangreichen Bauarbeiten des EVS zwischen Limbach und Altstadt.

Dieses deutlich größer als sein Vorgänger dimensionierte Rohr in Richtung Blies ist aktuell eines der sichtbaren Ergebnisse der umfangreichen Bauarbeiten des EVS zwischen Limbach und Altstadt.

Foto: Thorsten Wolf

In der vergangenen Woche hatte sich Limbachs Ortsvorsteher Max Victor Limbacher in einem offenen Brief an den Entsorgungsverband Saar (EVS) gewandt (wir berichteten). Darin beklagte Limbacher die negativen Auswirkungen der EVS-Baustelle zwischen Limbach und Altstadt auf den lokalen Handel.

Zum Hintergrund: Aktuell gibt es im Bereich der Bliesbrücke zwischen Limbach und Altstadt eine Vollsperrung für den Kraftfahrzeug-Bereich. Diese ist begründet in Baumaßnahmen des Entsorgers, der in den Blieswiesen die Regenwasser-Behandlung als Teil der Abwasseranlage Limbach saniert. Dazu wird auch ein Kanal in Richtung Blies erneuert und größer dimensioniert – als Teil des Hochwasserschutzes. Dies alles hat eine Umleitungsregelung zur Folge, die je nach Tageszeit zu deutlichen Beeinträchtigungen im Verkehrsfluss führt. Nun hat der Entsorgungsverband Saar selbst in Person seiner beiden Geschäftsführer Georg Jungmann und Michael Philippi zur aktuellen Situation Stellung genommen.

„Grundsätzlich versuchen wir, wo irgend möglich, mit halbseitigen Sperrungen zu arbeiten, eine Vollsperrung also zu vermeiden. Im vorliegenden Fall ist dies jedoch leider nicht möglich, da das Bauprojekt aus einer Vielzahl von Einzelmaßnahmen unterschiedlichster Art besteht.“

Diese, so die beiden EVS-Geschäftsführer in ihrer schriftlichen Stellungsnahme, beinhalteten die Querung der Straße mit einem Hauptsammler, die Neuverlegung eines Sammlers in der Straßenachse, das Errichten zweier neuer Schächte einschließlich Rohreinbindungen, das Umverlegen verschiedener Leitungstrassen (Gas, Wasser, Elektro, Telekom), den Einbau von Teilen des Regenüberlaufbauwerkes und das Erneuern von Teilen der Ortsstraße einschließlich Rinnen und Bordsteinen.

„Bereits im Rahmen der Planung erfolgte eine umfassende Abstimmung mit allen Leitungsträgern –  explizit unter dem Blickwinkel einer Optimierung der Bauzeit und der Minimierung der Vollsperrungsphasen auf das Nötigste“, so der EVS. Auch mit der Kreisverkehrsbehörde sei der Bauablauf hinsichtlich von Optimierungspotenzialen, mit Blick auf die Beeinträchtigungen für die Bürgerinnen und Bürger und mögliche Verkürzungen der Vollsperrungsphase, überprüft worden. „Leider war Letzteres trotz aller Bemühungen nicht möglich.“

Limbachs Ortsvorsteher Limbacher hatte in seinem Brief den Betrieb der Baustelle bei Nacht als Möglichkeit ins Gespräch gebracht, um so die Bauphase zu verkürzen. Diesem Vorschlag erteilten Jungmann und Philippi eine klare Absage. „Die vom Ortsvorseher vorgebrachte Forderung nach einem Nachtbaubetrieb würde zu einer unzumutbaren Lärmbelästigung der Anwohner zur Nachtzeit führen, die wir auf keinen Fall als vertretbar ansehen. Die Möglichkeit eines Nachtbaubetriebes kommt nicht umsonst nur punktuell im Rahmen von Autobahnsanierungen zum Einsatz.“ Vor diesem Hintergrund erscheine es auch mehr als fraglich, ob im Rahmen eines dazu nötigen gesonderten Genehmigungsverfahrens ein Nachtbaubetrieb überhaupt auf Zustimmung getroffen wäre.

In ihrer Stellungnahme weisen die beiden EVS-Verantwortlichen auf Verbesserungen hin, die man zwischenzeitlich zur Entspannung der Verkehrssituation auf der Umleitungsstrecke durchgeführt habe. „Im Einvernehmen mit der Kreisverkehrsbehörde haben wir eine Optimierung der Ampelanlage vorgenommen, die die Beeinträchtigung reduziert. So wird die Ampelschaltung abends – bis auf eine Blinklichtschaltung – außer Betrieb genommen. Gleichzeitig wurde der Stellplatz der Ampel korrigiert, so dass der Sensor der Ampel die Fahrzeuge besser erfassen kann und somit der Verkehrsfluss entsprechend optimiert wird.“

Für den Ärger in Limbach und Altstadt hat man beim EVS durchaus Verständnis. „Es ist auch für uns absolut nachvollziehbar, dass die durch die Baumaßnahme entstehenden Beeinträchtigungen eine Belastung für die Bürgerinnen und Bürger darstellen. Die Alternative wäre jedoch ein auf Dauer nicht mehr intaktes Abwassernetz mit den damit verbundenen Auswirkungen auf Natur und Grundwasser. Von daher sind wir dann auch den Bürgerinnen und Bürgern dankbar, die die Maßnahme im Sinne des Umweltschutzes als schlicht notwendig annehmen.“ Und weiter: „Wir werden unsererseits weiterhin alles irgend Mögliche für einen reibungslosen Bauverlauf tun.“

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