Wandern im Saarpfalz-Kreis: Eine Tour

Sommertour im Saarpfalz-Kreis : Der schönste Weg Deutschlands – um die Ecke

Nachdem die große Hitze erst mal vorbei ist, kann man die Wanderstiefel schnüren und zu den schönsten Zielen in der Umgebung aufbrechen.

Die Ferien haben begonnen, aber nicht alle Leute fahren weg. Warum sollten sie auch? Derzeit herrscht schönstes Sommerwetter, die große Hitze ist vorerst vorbei, und man kann die freien Tage für besondere Wandertouren in die nähere Umgebung nutzen. Dazu bietet die Tourismuszentrale Saarland ein breit gefächertes Angebot. Ein besonderer Höhepunkt ist der Saar-Hunsrück-Steig, der 2017 zu Deutschlands schönstem Wanderweg gekürt wurde und erst jetzt so richtig populär wird. Die Route beginnt in der Gemeinde Perl und schlängelt sich über 410 Kilometer nach Boppard – verwunschene Täler und fantastische Aussichten inklusive.

Der Saarbrücker Verleger Harald Hartusch hat einen eigenen Band herausgegeben, der sich mit dem Saar-Hunsrück-Steig beschäftigt. Aber nicht nur, denn Hartusch hat außer dem Saar-Hunsrück-Steig auch alle dazugehörigen Schleifen und Ableger beschrieben, selbst erwandert und mit vielen praktischen Tipps ausgestattet. Das heißt, man profitiert von einem echten Mehrwert in seinem Heft. 40 Entdeckertouren stellt er in seinem Wanderband aus der Edition „Bonjour Deutschland“ ausführlich in Wort und Bild vor, darunter auch den Masdascher Burgherrenweg in Kastellaun.

Ein Beispiel für einen besonderen Abschnitt des Saar-Hunsrück-Steigs sei hier beschrieben, der „großherzogliche Ableger“, wie Wanderexperte Hartusch ihn nennt. Es handelt sich dabei um die Traumschleife Palmberg. Sie ist gekennzeichnet durch Weinreben soweit das Auge reicht, was die Aussicht auf einen prickelnden Crémant erhöht, hinzu kommt ein grandioses Moselpanorama mit dem Blick auf das Winzerdörfchen Ahn.

„Die im Sonnenlicht glitzernde Mosel inszeniert sich als romantische Grenze, das Grün der Weinberge ist gerade so intensiv wie selten, während unten am Ufer das kleine, luxemburgische Moselörtchen Ahn mit seiner pittoresken Kirche geradezu in einem Meer aus Reben zu versinken scheint“, schildert Hartusch die Landschaft. Luxemburg – so nah und doch so fern. Wer weiß schon, dass auf der anderen Moselseite eine der schönsten Traumschleifen des Saar-Hunsrück-Steiges liegt?

Die Traumschleife Palmberg, benannt nach dem mächtigen Muschelkalkfelsen, der über dem Ort thront, ist ein echter Geheimtipp und gehört zweifellos zu den schönsten Traumschleifen des gesamten Saar-Hunsrück-Steiges. Erstes Etappen-Ziel: die gelb leuchtenden, mächtigen Muschelkalkfelsen des Palmberges – das weithin sichtbare Wahrzeichen der schmucken Moselgemeinde.

Ein bisschen Klettern, ein bisschen Schauen, ein bisschen überrascht werden – die so charmante Traumschleife gibt sich alle Mühe, den Wanderer mit vielfältigen Eindrücken im Minutentakt immer wieder bestens zu unterhalten.

Ohne es zu merken, absolviert dieser dabei auch gleich zu Beginn einige Höhenmeter – die an den mächtigen, steil aufragenden Muschelkalk-Riesen des Palmberg-Gipfels schnell vergessen sind.

Der erlebnisreiche Pfad sucht von hier aus seinen Weg – direkt an den Felsen – durch die sonnenverwöhnten Weinberge des Palmberges, und steuert kurz darauf zwei exponierte Aussichtspunkte an. Der tolle Blick auf das malerische Moseltal. Die Rebenhänge und das kleine Örtchen Ahn begeistert alle, die es bis obenhin geschafft haben.

Man gelangt bei der Wanderung auch durch einen Buchsbaumwald, der nicht perfekt zugeschnitten ist wie im Park – hier ist er so richtig wild. Teils mehrere Meter hoch säumen die dicht an dicht stehenden Buchsbaumsträucher den schmalen Pfad. Eine grüne Wand, und dies zu jeder Jahreszeit. Der submediterrane Buchsbaum hat hier an der Mosel übrigens sein nördlichstes Verbreitungsgebiet. Die wild wachsenden Buchsbäume sind nur ein Teil des Naturschutzgebietes um den Palmberg, das vor allem auch wegen seiner seltenen Orchideen bekannt ist.

Der urige Schluchtwald des „Donverbaches“ mit seinen seltenen Farnen und Moosen ist ein weiteres Highlight dieser Traumschleife. Dabei dürfen Wanderer über Stock und Stein in die Tiefe kraxeln, einem ungestümen Wildbach folgen und durch eine Urwald-ähnliche Klamm stiefeln. Die ebenso beeindruckende wie sportlich fordernde Klamm entlässt den Wanderer fast sanft wieder in die Freiheit. Von hier bis nach Ahn hinein und in eine Weinstube ist es nur noch ein Katzensprung.

Traumschleife Palmberg: Dauer: vier bis knapp fünf Stunden, Länge: neun Kilometer, 309 Höhenmeter, Startpunkt: Kulturzentrum in Ahn, Navigation: Rue Aly Duhr, L-5401 Ahn, Parkmöglichkeiten Rue de la Résistance am Friedhof. Das Wanderheft aus dem H+M Verlag heißt „40 Traumschleifen Saar-Hunsrück-Steig“ und ist erschienen in der Edition „Bonjour Deutschland“. Erhältlich ist es im Buchhandel und im Internet:

Die Schlucht des Donverbaches ist Teil der Traumschleife um den Palmberg. Hier unten ist es im Sommer angenehm kühl. Foto: Harald Hartusch
Der Palmberg in Luxemburg ist leicht an seiner weiß-gelben Färbung zu erkennen, es handelt sich dabei um einen Kalksteinblock. Der kalkhaltige Boden trägt zum Geschmack des Weines bei. Foto: Harald Hartusch
Ein Teil des Weges führt mitten durch die dicht belaubten Weinberge. Besonders zu dieser Jahreszeit ist die Landschaft frisch und grün. Foto: Harald Hartusch

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