Hier blüht alles : Vorgärten, die bunt und pflegeleicht sind

Leserin Karin Philippes wollte sich Arbeit sparen, hat mit ihrem angeblich pflegeleichten Steingarten aber negative Erfahrungen gemacht. Was sie sagt, deckt sich mit den Aussagen von Harry Lavall, dem Gartenexperten des Kreises.

Viele Leserinnen und Leser sind unserem Aufruf gefolgt und haben uns Fotos ihrer Vorgärten geschickt. Einige wurden uns noch nachgeliefert, die wir hier gerne zeigen.

Wie man sieht, mögen es unsere Leser,  der Natur freien Lauf zu lassen und nur da einzugreifen, wo es nötig ist. Ihre Vorlieben gelten bunten Blumen, Gehölzen und Büschen. „Mein Vorgarten ist geschaffen für die Klimaveränderung. Selbst bei größter Trockenheit gedeihen ohne große Arbeit von Frühjahr bis in den Winter Pflanzen, die auch Bienen ernähren. Im Vorfrühling beginnt die Schneeheide mit ihren Blüten, danach die Rosa Canina, ein Rosenstrauch, der auch in der Natur vorkommt. Nach der Tulpenblüte folgen Iris und Thymian so wie andere Stauden“, schreibt uns Ingrid Lebong. Zur Zeit erfreut der Lavendel in Kombination mit der Blauraute die Gartenliebhaberin. Es sehe momentan aus „wie in meiner zweiten Heimat, der Provence“ schriebt Ingrid Lebong, „nur fehlt bei uns leider oft der wolkenlos strahlend blaue Himmel.“

Karin Philippe aus Erbach schickte uns zwei Vorgärten: einen mit vielen Blumen, einen mit Steinen. Und sie sagt uns auch, warum es dazu kam: „Wegen körperlicher Problemen habe ich mir den Steingarten angelegt. Damit er nicht so trist ist, habe ich einige Pflanzen und verschiedene Tiere reingestellt. Leider ist er nicht so pflegeleicht, wie ich ursprünglich angenommen habe. Trotz Unkrautsperre kommen Unkräuter, durch Samenflug und auch Feuchtigkeit, ständig nach. Die lassen sich schlecht entfernen. Um sie mit Wurzel herauszuziehen, muss ich erst Steine wegräumen um daran zu kommen. Danach alle wieder zurücklegen. Ich kann auf den Steinen nicht knien und habe beim jäten dann deshalb durch die Hocke Schmerzen an beiden Hüftknochen. Stehend mit gebeugtem Rücken und immer Kopf nach unten ist ebenfalls anstrengend. Also nicht so toll, wie gedacht.“ Dennoch: „Die Leute bleiben immer gerne stehen und betrachten die bunten Blumen, den Vogel, den Frosch und die Hühner mit den Eiern.“

Gaby Gerickes Haus liegt nicht direkt an der Straße, wer zu ihr möchte, muss erst durch eine planvoll verwilderte Natur gehen. Foto: Gaby Gericke
Ingrid Lebong hat sich die Provence, die sie liebt, auch nach Hause geholt. Bei ihr blüht derzeit üppig der Lavendel im Vorgarten. Foto: Ingrid Lebong
Karin Philippe hat sich einen Steingarten angelegt, findet aber, dass er viel Arbeit macht. Sie hat ihn mit Blumen und Tieren aufgelockert. Foto: Karin Philippe
So sah der Vorgarten von Karin Philippe vor der Umwandlung in einen Steingarten aus. Er machte viel Arbeit. Nun gut, macht der neue auch... Foto: Karin Philippe/Karin philippe

 Karin Philippes eher negative Erfahrungen mit dem Steingarten decken sich mit den Aussagen von Harry Lavall, dem Gartenexperten des Saarpfalz-Kreises. Auch er warnte davor, Stein- und Schottergärten für pflegeleicht zu halten. Karin Philippe sendete uns auch ein Bild, wie der Garten vorher aussah.  Helmut Sommer aus St. Ingbert schickte uns ein Bild seines blühenden Vorgartens, an dem Bienen sicher ihre Freude haben. Gaby Gericke aus dem schwäbischen Steißlingen liest offensichtlich unsere Zeitung, denn sie  schickte uns ein Foto von einem gepflegt-verwilderten Treppenaufgang zu ihrem Naturgarten in Steißlingen/Hegau.

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