Trotz der Hitze war viel los bei der Nacht der Wissenschaft in Homburg

Auch Missbrauch war ein Thema : Trotz der Hitze war viel los bei der Langen Nacht

Martina Sester betonte bei der Eröffnung der Veranstaltung, dass die Missbrauchs-Vorwürfe „lückenlos aufgeklärt“ würden.

Die „Lange Nacht der Wissenschaften“ am vergangenen Freitag markierte für das Homburger Universitätsklinikum das Ende einer wahrlich schwierigen Woche – galt es doch einen Spagat zu schaffen zwischen den Missbrauchsvorwürfen rund um die Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie auf der einen Seite und der Hochschulwoche auf der anderen. Gerade als die am vergangenen Montag gestartet war, hatte das ARD-Magazin „Monitor“ die Missbrauchvorwürfe in die Öffentlichkeit getragen. Am Donnerstag folgte dann die eigentliche Ausstrahlung des Beitrags, am Freitag eben die „Lange Nacht der Wissenschaften“. Dort zeigte sich, dass man im Kreise der Verantwortlichen für die Hochschulwoche doch in der Lage war, auf eine angemessene Art mit der schwierigen Situation in der Öffentlichkeit umzugehen – anders noch als bei der Eröffnung der Hochschulwoche, da hatte man das Thema schlicht ausgeblendet (wir berichteten). Am vergangenen Freitag nun und anlässlich der offiziellen Eröffnung der „Langen Nacht der Wissenschaften“ war es Professorin Martina Sester, Vizepräsidentin für Forschung und Technologietransfer der Universität des Saarlandes, die die richtigen Worte fand: „In einer solchen Woche möchte ich natürlich auch auf die Schlagzeilen hinweisen, die das Universitätsklinikum belastet haben. Ich muss sagen, dass die Universität sowie alle Mitabeiterinnen und Mitarbeiter des Klinikums tiefe Betroffenheit empfinden über die Vorgänge, die sich bis 2014 hier ereignet haben. Und ich darf Ihnen versichern, dass das Klinikum und der ärztliche Direktor mit seinem Team alles daran setzen, hier lückenlos aufzuklären und dann auch zukünftig Maßnahmen zu entwickeln, damit solche Vorgänge nicht wieder geschehen.“ Mehr galt es in diesem Moment nicht zu sagen, danach verwies Sester zu Recht auf das große Engagement der Mitarbeiterinnnen und Mitarbeiter des Klinikums, das überhaupt erst eine solche „Lange Nacht der Wissenschaften“ ermögliche. Dass das Info- und Mitmachangebot der Kinder- und Jugendpsychiatrie aus dem Programm gestrichen wurde, war neben Sesters Worten der deutlichste Hinweis darauf, dass die diesjährige Hochschulwoche und die Veranstaltung am Freitag unter schwierigen Voraussetzungen hatten stattfinden müssen.

Der Freitag selbst zeigte sich am Klinikum wie immer sehr publikumsorientiert. Es gab in den einzelnen Kliniken und Instituten ganz unterschiedliche Informations- und Mitmachangebote. Dabei gingen die einzelnene Häuser ganz unterschiedliche Wege, um sich und ihre Arbeit zu präsentieren. Das Zentrum für Palliativmedizin und Kinderschmerztherapie von Professor Sven Gotschling setzte dabei ganz auf Sonne, Sommer und leckere Cocktails, von Chef selbst seviert im bunten Röckchen, an der Seite seiner bestens aufgelegten Mitabeiterinnen und Mitarbeiter. Was bringt einem eine solche „Lange Nacht der Wissenschaften“ und wie präsentiert man sich, wollten wir von Gottschling zwischen zwei alkoholfreien Cocktails wissen. „So entspannt wie möglich. Wir möchten ja der Bevölkerung ja nicht nur unsere Arbeit vorstellen und Einblicke gewähren, wir möchten auch, dass die Menschen sich hier wohlfühlen, ein bisschen Spaß haben und mit uns Profis ins Gespräch kommen – und das so niedrigschwellig wie möglich.“

Quasi am anderen Ende des Klinikums, im Gebäude mit der Nummer 1, dem Institut für Klinische Hämostaseologie und Transfusionsmedizin von Professor Herrmann Eichler, setzte auch Mitarbeiterin Astrid Bonaventura, vielen besser bekannt als ehrenamtlich Beigeordnete für Sport der Stadt Homburg, auch auf ein solch niedrigschwelliges Angebot. Sie führte mit meist kleinen Gästen der „Langen Nacht der Wissenschaften“ einfache Blutgruppenbestimmungen durch. Und sie verband dies mit einem deutlichen Aufruf: Es sei dringend nötig, Blut zu spenden, gerade jetzt mit Beginn der Sommerferienzeit.

Und was gab es sonst noch zu sehen? Natürlich wie in jedem Jahr fast schon unüberschaubar viel, Höhepunkte waren dabei auch diesmal wieder die begehbaren Organe, am Freitag konnte man sich diesmal eine Mundhöhle und ein Stück des Darms anschauen und hindurchgehen.