Stunden schöner Klang-Erlebnisse

Kirkel-Neuhäusel. Damit hatte Initiator und Organisator Pfarrer Florian Geith von der protestantischen Kirchengemeinde in Kirkel-Neuhäusel wohl nicht gerechnet: Zur "Langen Nacht der Lieder" war die Friedenskirche sehr gut gefüllt, im Kirchenschiff war zeitweise überhaupt kein freier Platz mehr zu finden

 Abwechslung im Programm war das Markenzeichen der "Langen Nacht der Lieder" in der Friedenskirche. Foto: Thorsten Wolf

Abwechslung im Programm war das Markenzeichen der "Langen Nacht der Lieder" in der Friedenskirche. Foto: Thorsten Wolf

Kirkel-Neuhäusel. Damit hatte Initiator und Organisator Pfarrer Florian Geith von der protestantischen Kirchengemeinde in Kirkel-Neuhäusel wohl nicht gerechnet: Zur "Langen Nacht der Lieder" war die Friedenskirche sehr gut gefüllt, im Kirchenschiff war zeitweise überhaupt kein freier Platz mehr zu finden. Das Erfolgsrezept, das sich Geith als Grundlage für die erste Veranstaltung dieser Art zurechtgelegt hatte, vertraute dabei wohl auch ein wenig dem Grundsatz, dass im Guten gedachte, simple Ideen oft die besten sind. "Ich habe einfach Leute aus Kirkel gesucht, die gute Musik machen, gute akustische Musik. Die habe ich gefragt, ob sie sich an der ,Langen Nacht der Lieder' beteiligen wollen. Das ist die Grundidee: Kirkeler machen Musik für Kirkeler." Auch die Rahmenbedingungen für die auftretenden Künstler schienen die Idee an sich zu fördern. "Es ist eine Nacht in der Kirche, und jeder spielt einfach mal drauf los. Es ist zwanglos, es ist kein übliches Konzert, und es wird auch keine Professionalität gefordert." Dass das nicht in einem Widerspruch zu wirklich außergewöhnlichen Klang-Erlebnissen steht, das bewiesen die Musikerinnen und Musiker in einer wahrlich langen Nacht. Los ging es um 19 Uhr mit einem Auftritt der Schulchors der Grundschule Kirkel-Neuhäusel. Bis nach Mitternacht folgten dann ganz unterschiedliche musikalische Beiträge, von Liedern aus der Wandervogelbewegung über Instrumentales und Irische Folklore bis hin zu einem Auftritt des Kirchenchores, lateinamerikanischen Rhythmen oder auch Trommelklängen aus Afrika. Die große Abwechslung im Programm hatte dabei System und war eine der wesentlichen Zutaten des Erfolgsrezeptes. "Ich denke, diese Vielfalt ist auch einer der Gründe, warum heute Abend so viele Menschen hier sind. Es ist ganz unterschiedliche Musik, es sind ganz unterschiedliche Leute, Leute, die viel Neugier mitbringen und die unsere Kirche einmal anders erleben wollen." Geith betonte am Rande der Veranstaltung auch die Bedeutung eines solchen Abends als Zeichen der Öffnung der Kirchengemeinden nach außen. "Kirche ist auch Kulturgut und kann zum kulturellen Leben in unserer Gesellschaft beitragen." Und so präsentierte sich auch die Einrichtung Kirche selbst an diesem Abend den Gästen: Um an zwei Orten in der Friedenskirche, dem Altarraum und im Seitenbereich des Kirchenschiffes, spielen zu können, hatten die Macher der langen Nacht kurzerhand einen Teil der Bänke aus ihrer gewohnten Richtung gedreht und so für die Gäste zwei Konzertbereiche geschaffen - im besten Sinne "kreuz und quer". "Ich habe einfach Leute gesucht, die gute Musik machen"Pfarrer Florian Geith

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