Störche in Altstadt haben Nachwuchs bekommen

Horst steht im Naturschutzgebiet „Kühnbruch‟ : Nachwuchs für Störche in Altstadt

Schon vor Jahren hat man in Altstadt beste Bedingungen für Störche geschaffen. Die ließen sich zwar auf der eigens errichteten Plattform immer wieder blicken, hielten es aber nie lange aus. Nun gibt es Jung-Störche, ob drei oder vier ist noch unklar.

Jetzt hat auch Altstadt endlich „seine“ Störche, und die haben auch gleich Nachwuchs. Sechs Jahre, nachdem der örtliche Naturschutzbund in Zusammenarbeit mit den Pfalzwerken Pfahl und Horst aufgestellt hatten, hat ein Pärchen des stolzen Schreiters Quartier bezogen und ordentlich Hochzeit gefeiert. Auf jeden Fall drei, wenn nicht sogar vier kleine Adebare recken derzeit selbstbewusst ihre Hälse in die Höhe und fordern unablässig Futter von ihren Elternvögeln.

Eine Storchenbrut hat es im kleinsten Kirkeler Ortsteil zumindest der Erinnerung nach noch nicht gegeben. Zwar findet sich eine Gemarkung „Beim Storchennest“, gelegen westlich der Homburger Straße zu den Blieswiesen hinunter. Diese Bezeichnung lässt zwar den Schluss zu, dass dort einmal ein Horst vorhanden war, freilich schon vor sehr langer Zeit. Wenn der Storch in Altstadt gesichtet wurde, handelte es sich in der Regel um jene Exemplare, die in Limbach in der „Storchengasse“ bis in die 1960er Jahre hinein ihr Domizil hatten und in Altstadt nur auf Nahrungssuche gingen. Dass sich in der Umgebung des Höllengrabens in Richtung Bliesbergerhof stets im August bis zu 200 Weißstörche versammelten, um den Flug ins afrikanische Winterquartier gemeinsam hinzulegen, ist ebenfalls verbürgt – Hubert Weyers, der 2006 verstorbene, passionierte Ornithologe aus Homburg, hatte die Geschichte der populären Vögel nach historischen Quellen akribisch recherchiert.

Passender hätte der Schauplatz des Brutgeschehens in Altstadt jetzt fast nicht sein können: Der Horstpfahl befindet sich im einzigen örtlichen Naturschutzgebiet, dem „Kühnbruch“. Just dort, wo das Feilbachtal sich in die Bliesaue weitet, hatte der Naturschutzbund 2012 die Gelegenheit, eine Parzelle aus privater Hand zu erwerben. Der Umweltverband griff damals tief in die Vereinsschatulle, um das Projekt Wirklichkeit werden zu lassen – rund 5000 Euro wurden investiert.

Stefan Till konstruierte nach vorher genau erstellten Plänen den stabilen Unterbau aus Moniereisen, dann schritten zudem noch Dieter Geib und Gerhard Schneider zur Tat, um zuvor bei einem Arbeitseinsatz „geerntete“ Weidenruten sorgfältig zu einem soliden Nest zu flechten. Das Gertengeflecht wurde von Hannes Sand sodann noch kunstfertig mit weißer Farbe „beschmutzt“ – damit es besetzt aussieht, was diese Vogelart ganz besonders anziehend findet. Marion Geib verhandelte mit den Pfalzwerken, damit diese samt schwerem Gerät den ausrangierten, hölzernen Strommasten im morastigen Untergrund befestigten.

Zwar wurden seit der Aufstellung immer wieder Störche auf der Plattform gesichtet, freilich hielten die nie lange aus. Auch nachdem Patric Heintz in einer spektakulären Aktion den Pfahl hinauf kletterte, um das Nest mit weiterem Geäst auszustatten, stellte sich kein Erfolg ein. Nun aber hat die Warterei ein Ende, und fast bilderbuchmäßig nimmt sich die derzeitige Szenerie aus, zumal Bäche, ausgedehnte Feuchtgebiete und Wiesen die Altstörche samt ihrem Nachwuchs umgeben.

Ganz ohne Probleme ging es dann aber bisher doch nicht ab: Mehrfach wurden Drohnen gesichtet, die über das Nest gelenkt wurden. Seitens des Naturschutzbundes wird das Geschehen aus der Distanz mit einem Spektiv, einem speziellen Beobachtungsfernrohr, im Auge behalten. Allein, ob nun drei oder vier Störche in 15 Metern Höhe heranwachsen, das konnte auch damit bisher noch nicht wirklich zweifelsfrei geklärt werden.

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