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Stimmgewaltiges Trio in gemütlicher Stube

Stimmgewaltiges Trio in gemütlicher Stube

Altstadt. Der neu gewählte Vorsitzende des protestantischen Fördervereins begrüßte die Besucher im frisch renovierten Saal unter der Martinskirche. "Das Beste aus drei mal sieben" hatte das Ensemble Spinnennetz sein über zweistündiges Repertoire überschrieben - was gleich in mehrfacher Hinsicht Programm war

Altstadt. Der neu gewählte Vorsitzende des protestantischen Fördervereins begrüßte die Besucher im frisch renovierten Saal unter der Martinskirche. "Das Beste aus drei mal sieben" hatte das Ensemble Spinnennetz sein über zweistündiges Repertoire überschrieben - was gleich in mehrfacher Hinsicht Programm war. So stehen die drei seit just 21 Jahren gemeinsam auf der Bühne, haben im Rhythmus von sieben Jahren jeweils eine CD aufgenommen und hatten nun genau 21 Lieder in petto. Die wurden gleich in zweifacher Hinsicht "unplugged" zu Gehör gebracht - nämlich einerseits ausschließlich mit akustischen Instrumenten und andererseits ohne Mikrofon und Lautsprecher. Gleichwohl gelang es Hans-Josef Daubaris, Stephan Roth (beide mit Gitarre) und Birgit Schöndorf (Geige, Mundharmonika), ihrem Publikum ganz gehörig einzuheizen. Allein der Hund im Auditorium schien unbeeindruckt von der Vielfältigkeit des Chansonabends, obwohl Spinnennetz eigens sogar "ein Lied mit Hund" vortrug. Überhaupt waren es die kleinen Freuden und Leiden des Alltags, die das Trio ironisch aufs Korn und liebevoll auf die Schippe nahm. Gewohnte, gewöhnliche Vorfälle und nicht Sensationen sind das Metier des Terzetts, beispielsweise das "Nervpotenzial" der allgegenwärtigen und unausweichlichen Handys, die zwar der Kommunikation dienen sollen, aber in zwischenmenschlichen Beziehungen wie etwa persönlichen Gesprächen die Kommunikation drastisch stören können, dann genau, wenn sie mal wieder unverhofft ihre schrillen Töne von sich geben. Ansonsten ging es viersprachig zu - Englisch, Französisch, Deutsch und vor allem "auf gut saarlännisch" hatte die Gruppe einiges zu bieten, viel eigene Stücke, aber auch Evergreens. Edith Piafs "Je ne regrette rien", Bert Brechts "Meckie Messer" oder Hildegard Knefs "Für mich soll's rote Rosen regnen" wurden im Original vorgetragen, während bei Jimi Hendrix "Hey Joe" Stephan Roth zwar nicht die Gitarre zertrümmerte, aber sich immerhin doch so vehement ins Zeug legte, dass eine Saite riss. Die amüsanten und teilweise doch sehr verzwickten Hintergründe der einzelnen Stücke erklärte zwischendurch Hans-Josef Daubaris, und es gelang ihm vorzüglich, mit seinen Irrungen und Wirrungen das Publikum "ganz letz" zu machen. bam