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Sportverein in Altstadt feiert großes Jubiläum

SV Altstadt wird 100 : Die große Feier muss derzeit ausfallen

Der SV Altstadt wird 100 Jahre alt und hofft darauf, dass man mit den Mitgliedern und Bürgern wenigstens Endes des Jahres feiern kann.

Es war der 4. Januar 1920, als in der Gastwirtschaft Bau der Fußballverein SV Altstadt offiziell ins Leben gerufen wurde. Seinen 100. Geburtstag darf also der traditionsreiche Verein in diesem Jahr feiern. Doch wegen der Corona-Pandemie muss auch der SV mit der eigentlichen Jubiläumsfeier warten. Alle Veranstaltungen im Zusammenhang mit dem Geburtstag mussten abgesagt werden.

Die Entwicklung und Entstehung des SV Altstadt geht sogar bis Ende des 19. Jahrhunderts zurück. Am 9. April 1899 wurde in dem heutigen Kirkeler Ortsteil der Club „Viktoria Altstadt“ gegründet. Laut der damaligen Satzung sollte dieser Verein gesellige Veranstaltungen, Tanzbälle und Theatervorführungen durchführen. Die Vereinstätigkeit wurde durch den ersten Weltkrieg jäh unterbrochen. Nach Kriegsende ist aus einer Niederschrift der am 1. April 1919 gehaltenen Versammlung zu lesen: „Dem Club wird eine Fußballmannschaft angegliedert. Jedes Mitglied von Viktoria hat die freie Wahl, ob er Fußball hier mitspielen will oder nicht.“ Ein knappes Jahr später wurde aus der Viktoria am 4. Januar 1920 der SV Altstadt gegründet.

 Einen richtigen Sportplatz gab es beim SVA damals noch nicht. Die Fußballspiele wurden in der Nähe des früheren Zollbahnhofes in den Wiesen der „Gewanne Hofland“ ausgetragen. Mit Zustimmung der Gemeindeväter war man bemüht, einen Sportplatz in der Lehmkaul zu errichten. Später wurden sich die Verantwortlichen mit Landwirt Ferdinand Schleppi einig, ein geeignetes Gelände von ihm in der Nähe des Bahnhofs zu erwerben. Nun war der Weg frei für den Bau eines eigenen Platzes, den man von 1920 bis 1960 dann als Vereinsplatz genutzt hat.

 Sportlich ging es für die Fußballer des SV Altstadt von der C-Klasse über die B-Klasse 1928 weiter nach oben. Ein Jahr später wurde durch die Neueinteilung der Spielklassen die A-Klasse erreicht. Durch die Rück­gliederung des Saarlandes zum Deutschen Reich musste eine Fusion mit dem Turnverein vollzogen werden. Nun wurde im Verein für Leibesübungen Fußball gespielt. Nach Ende des zweiten Weltkrieges bestand dieser Verein am 8. Mai 1945 nicht mehr. Turnverein und Sportverein nahmen als eigenständige Vereine wieder den Sportbetrieb auf. 1960 jubelten der SV über den Aufstieg in die zweite Amateurliga Ostsaar.

 Auf Empfehlung des damaligen Präsidenten des saarländischen Fußballverbandes, Hermann Neuberger, gab der SV Altstadt sein Vereinsgelände mit seinem Platz „Am Bahnhof“ an die Gemeinde zurück. Auf dem heutigen Vereinsgelände „Auf der Heide“ wurde, unterstützt durch Zuschüsse der Sportplanungskommission, neben einem Fußballplatz auch eine 400-Meter- Laufbahn gebaut. 1960 erfolgte die Einweihung der neuen Sportstätte, die bis heute Heimat des SV sein sollte. In den kommenden Jahrzehnten gab es für die erste und zweite Fußballmannschaft ein stetiges Auf- und Ab in den unteren Spielklassen des Saarlandes. So manche Krise im Vorstand wurde bewältigt. Aber immer wieder fanden sich Mitglieder, die Verantwortung an vorderster Reihe im Vorstand übernahmen. Die erste Mannschaft spielte meistens in den verschiedenen A-Klassen im Ostsaarkreis, bisweilen aber auch in der Bezirksliga, die man 2001 nach über 20 Jahren in der A-Klasse wieder erreichte. Doch die besten Spieler des Meisterteams verließen den SVA im Sommer 2001. Nach nur einem Jahr musste man als Absteiger wieder zurück in die Kreisliga A Höcherberg.

 Immer schon großen Wert legte man in dem kleinen Verein auf seine hervorragende Jugendarbeit. Viele Eigengewächse wurden in die beiden aktiven Mannschaften integriert. Heute spielen über 100 Nachwuchsspieler teilweise mit Spielgemeinschaften beim SV. Die erste Mannschaft spielt unter Trainer Frank Rothfuchs in der Bezirksliga Neunkirchen, wo sie in der aktuellen Saison 2019/20 auf Platz acht liegt.

 Vereinsvorsitzender Christian Schleppi geht davon aus, dass man diese Saison mit diesem guten Platz beenden wird. „Beim Verbandstag des SFV am 9. Juni wird die Saison auch offiziell als abgebrochen erklärt. Der Tabellenführer der jeweiligen Ligen steigt auf, und es wird keine Absteiger geben.“ Dieser aus seiner Sicht fairste Lösung würde sich auch der SV Altstadt anschließen.

Vorsitzender Stefan Schleppi (links) und Robert Vates vor der neuen Theke im Gasthaus „Zur Heide“, das inzwischen wieder geöffnet ist. Foto: Markus Hagen

Schade sei, dass man wegen des durch die Virus-Pandemie bedingten Versammlungsverbots vorerst keine Veranstaltungen anlässlich des 100-jährigen Bestehens des Vereins durchführen könne. „Vielleicht besteht gegen Ende des Jahres noch die Möglichkeit, diese Feier nachzuholen.“ Nach einer mehr als zweimonatigen Schließung ist wenigstens das schmucke Vereinsheim samt Außenterrasse wieder geöffnet. Vom 25. bis 31. Mai wird hierher zur Spargelwoche eingeladen.
Nachdem auch die Amateurfußballer wieder auf den Rasenplatz dürfen, hat Trainer Frank Rothfuchs inzwischen auch das Training, selbstverständlich in Kleingruppen und unter weiteren strengen Vorgaben des SFV, wieder aufgenommen. „Wichtig war uns dabei, dass sich unsere Spieler wieder sehen können. Ein richtiges Mannschaftstraining ist ja wegen der Corona-Pandemie und den entsprechenden Sicherheitsmaßnahmen auch für den Fußballsport noch nicht möglich.“