Sperrig bis massentauglich

Kirkel. Mit der Vorstellung ihres Programms für den Spiel- und Veranstaltungsort Kirkeler Bildungszentrum hat sich die saarländische Arbeitskammer im Kunst- und Kulturkalender der Region für 2010 gestern Morgen offiziell angemeldet

Kirkel. Mit der Vorstellung ihres Programms für den Spiel- und Veranstaltungsort Kirkeler Bildungszentrum hat sich die saarländische Arbeitskammer im Kunst- und Kulturkalender der Region für 2010 gestern Morgen offiziell angemeldet. Neben den Erläuterungen zu den unterschiedlichen Angeboten in den kommenden Monaten stand auch die intensivierte Zusammenarbeit mit der Gemeinde im Mittelpunkt der Präsentation. Ein Schritt, der das Bildungszentrum mehr als bisher als Teil der Kirkeler Kulturlandschaft verankern soll. Dazu waren Kirkels Bürgermeister Frank John und der für Sport und Kultur zuständige Erste Beigeordnete Hans-Peter Schmitt eigens zur Vorstellung des Kulturprogramms ins Bildungszentrum gekommen. Das Programm selbst gibt sich in einem Mix aus Altbewährtem und Neuem und spannt erneut den Bogen von Ausstellungen und Lesungen über Konzerte bis hin zu szenischen Aufarbeitungen vielschichtiger Inhalte. So werden auch 2010 die in Kirkel inzwischen bestens bekannten Formationen Back to the Roots und Spätlese wieder Präsenz zeigen, auch Marcel Adam hat einen Auftritt im August angekündigt. Szenisch wird im Februar die Beziehung zwischen Frédéric Chopin und George Sand aufgearbeitet, im April gibt es multimediale Porträts über Hilde Dimm, Selma Meerbaum-Eisinger und Rose Ausländer. Zahlreiche Ausstellungen gehören auch in diesem Jahr wieder zum Programm, so wurde gestern die Gemeinschaftsausstellung von Christel und Patrick Hartz eröffnet. Dass sich das Angebot von massentauglich bis sperrig gibt, ist durchaus gewollt. "Ich weigere mich, nur Mainstream-Veranstaltungen stattfinden zu lassen. Dafür ist das Bildungszentrum der Arbeitskammer zu wertvoll", verdeutlichte der Leiter der Einrichtung, Erwin Irmisch, die Intention des durchaus fordernden Angebotes. Um aber genau die eher sperrigen Veranstaltungen, die in der Vergangenheit so manches Mal unter recht geringer Resonanz gelitten hatten, in der Zukunft erfolgreicher zu gestalten, haben sich Arbeitskammer und Gemeindeverwaltung zu einem engeren Schulterschluss in Sachen Vermarktung entschieden. Federführend ist hier Kirkels Erster und für Sport und Kultur zuständiger Beigeordneter Hans-Peter Schmitt. Sein vorrangiges Ziel: die Abstimmung der Veranstaltungskalender von Kommune und Arbeitskammer. So soll eine allzu große Konkurrenz von Veranstaltungen im Vorfeld ausgeschlossen werden. Auch sollen durch die gezielte Bewerbung von Veranstaltungen die Kirkeler selbst als Gäste gewonnen werden, eine Zielgruppe, die bisher eher spärlich den Weg ins Bildungszentrum gefunden hat. Die Wirtschaftskrise hat unterdessen auch seine Spuren im Kulturprogramm der Arbeitskammer hinterlassen. Zwar sei es gelungen, so Erwin Irmisch, den Umfang des Programms in weiten Teilen zu halten, um so "die Kultur auf keinen Fall zu vernachlässigen", doch habe man auch sparen müssen.

Auf einen BlickDas Programm der Arbeitskammer im ersten Quartal 2010: Seit 28. Januar Ausstellung von Christel und Patrick Hartz (Gemälde/Fotografie), "Frédéric Chopin und George Sand - ein gemeinsamer Weg", geschildert in Wort, Bild und Musik am 23. Februar, Theater Herbstzeitlose am 4. März, Rockkonzert mit Meet the Beat am 18. März und Auftritt von Serdar Somuncu am 23. März im Rahmen der Internationalen Woche gegen Rassismus. thw

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