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Sozialbüro der Gemeinde Kirkel plant für 2019

Sozialbüro : Der Fokus liegt auf den Familien

Kinderbetreuung, gesundes Leben und Migration sind dieses Jahr wesentliche sozialen Themen in Kirkel.

Das Silvester-Feuerwerk ist verklungen, die sind schon längst wieder Sektgläser gespült und im Schrank verstaut – 2019 geht seit mehr als zwei Wochen seinen geregelten Gang, auch in den Verwaltungen. Dort blickt man natürlich auf die kommenden Monate und auf das, was zumindest mal geplant auf dem Kalender. Im Sozialbüro der Gemeinde Kirkel ist es dessen Leiter Wolfgang Steiner, der zusammen mit seinem Team auch für dieses Jahr dabei alles im Blick hat, was an sozialen Themen in der Gemeinde von Bedeutung ist.

Die drei wesentlichen Aufgabenfelder: Kinderbetreuung, gesundes Leben und Migration. Im Gespräch mit unserer Zeitung am Donnerstag ging Steiner ein bisschen näher auf die anstehenden Herausforderungen ein. „Wir sind eine ‚familienfreundliche Kommune‘. Und unter dieser Überschrift sind wir weiter darum bemüht, diese von der Landesregierung verliehene Gütesiegel auch umzusetzen.“ Dies habe im Jahr 2019 zur Folge, dass man sich weiter dem Ausbau der Angebote für die Kinderbetreuung widmen werde, „damit meinen wir nicht nur den Bedarf im Kindertagesstätten-Bereich, sondern auch den Bereich der Grundschulen und damit die Nachmittagsbetreuung. Wir stellen seit Jahren fest, dass hier eine ganz hohe Nachfrage da ist – und dass wir bei Weitem noch nicht genügend Plätze zur Verfügung stellen können.“ Dabei müsse man aber, wie Steiner klar machte, deutlich sagen, dass man beim Ausbau gerade der Nachmittagsbetreuung in den Schulen abhängig sei vom Land „und von den Geldern, die uns dort zur Verfügung gestellt werden“.

Ein zweites, wichtiges Aufgabenfeld sei die Umsetzung des seit 2015 bestehenden Präventionsgesetzes. Wolfgang Steiner: „Da geht es darum, dass auf Gemeindegebiet gesundheitsfördernde Maßnahmen umgesetzt werden. Das läuft auch über das Sozialbüro.“ Um hier aktiv zu werden, könne man dabei erneut auf eine studentische Hilfskraft zurückgreifen, „die uns hier im Sozialbüro unterstützt“. Personalisiert werde diese Ergänzung in Zusammenarbeit mit dem Verein „Pugis“ (Prävention und Gesundheit im Saarland). „Dieser Verein ist saarlandweit damit beauftragt, dieses Gesetz umzusetzen.“ In diesem Bereich gehe es dann konkret um gesunde Ernährung für Jung und Alt. „Wir werden uns, was auch eine immer größere Herausforderung wird, mit ‚Gesundheit für Kinder und Jugendliche‘ beschäftigen müssen. Dort spielen Übergewichtigkeit und Bewegungsarmut immer größere Rollen. Und natürlich liegt unser Fokus auch auf dem ‚gesund älter werden‘, ein Thema auch der saarländischen Landesregierung.“

Ebenfalls auf der Agenda stehe, wie seit 2015 in allen Folgejahren, das Thema „Migration“. Hier seit man gegenwärtig bei stabilen Zahlenverhältnissen mit der Betreuung von rund 200 Menschen befasst. „Dabei ist die Zahl von Zuzügen in die Gemeinde stark zurückgegangen. Die extrem hohen Zahlen von 2015 und 2016 gibt es jetzt nicht mehr. Im Moment ziehen 15 bis 20 Menschen im Jahr in Kirkel hinzu. Da ist der Familiennachzug aber schon eingerechnet.“ Das man trotzdem eine stabile Zahl von 200 Personen in Kirkel betreue, liege auch daran, „dass der Wohnungsmarkt inzwischen so angespannt ist, dass diese Menschen, wenn sie an einem anderen Ort eine Beschäftigung finden, diese nicht annehmen können – weil sie dort nicht hinziehen können. Das ist nicht ganz einfach.“ Mit den Jahren habe sich auch das Profil in der Betreuung der Flüchtlinge geändert. Sei es am Anfang um ganz grundsätzliche Unterstützung gegangen, stehe jetzt die Gestaltung des täglichen Lebens im Vordergrund.“ Ziel dieser Unterstützung, verdeutlichte Wolfgang Steiner, sei es am Ende, dass die Menschen auf Sicht alleine zurecht kämen.

Teil der Bemühungen, den Flüchtlingen eine belastbare Zukunft zu bieten, sei auch ein besonderes Bundesprojekt. Hier arbeiteten das Jobcenter des Saarpfalz-Kreises, die Gemeinde und die ehrenamtlichen Helfer gemeinsam daran, Menschen in ihrem lokalen Umfeld in Arbeit zu vermitteln. Dabei gehe bei denen, die Arbeit suchten, nicht nur um die Nominal-Qualifikationen, sondern auch um die Antwort auf die Frage „Was kannst Du?“ Hier habe die Gemeinde Kirkel den Versuch gestartet, gemeinsam mit dem Jobcenter und dem Verein „Agil“ eine Art von lokaler Jobvermittlung zu initiieren. „Seit dem vergangenen gibt es einen aus Bundesmitteln finanzierten Projektsteuerer, der uns in der Umsetzung dieses Unterfangens berät“, so Steiner.