Sonne über der Narrenparade

Altstadt. Die Sache mit der Größe ist bekanntlich eine diskutable. Das gilt für vieles, auch für das gestrige Fastnachtspektakel in Altstadt. Absolut betrachtet gehört der Altstadter Umzug am Fastnachtsdienstag zu den eher kleinen im Saarland, in der Region Homburg, Bexbach und Kirkel ist er gar der kleinste überhaupt

Altstadt. Die Sache mit der Größe ist bekanntlich eine diskutable. Das gilt für vieles, auch für das gestrige Fastnachtspektakel in Altstadt. Absolut betrachtet gehört der Altstadter Umzug am Fastnachtsdienstag zu den eher kleinen im Saarland, in der Region Homburg, Bexbach und Kirkel ist er gar der kleinste überhaupt. Betrachtet man das Ganze allerdings relativ, und die Bezugsgröße ist hier vor allem der Umstand, dass Altstadt räumlich betrachtet nicht sehr groß ist, wird das traditionelle Treiben plötzlich sehr, sehr umfangreich. "Ich bin sehr zufrieden mit dem heutigen Tag. Das Wetter ist fantastisch, die Leute sind alle gut drauf. Und dann wird das mit Sicherheit eine richtig schöne Sache werden", war sich Ortsvorsteher Peter Voigt vor Beginn des Umzuges um 14.11 Uhr sicher. Genau damit sprach Voigt ein weiteres Alleinstellungsmerkmal des Altstadter Umzuges, zumindest in diesem Jahr, an: Hatten die Narren bei vergleichbaren Veranstaltungen in den vergangenen Tagen vor allem mit Kälte und Schnee zu kämpfen, so lachte gestern über Altstadt die Sonne - und nur die Sonne. Denn was die Vereine und Marschgruppen auch in diesem Jahr auf die Beine gestellt hatten, das konnte sich wie immer sehen lassen. Größte Formation war der TV Altstadt mit seiner Vorsitzenden Stefanie Deutscher an der Spitze. Das Motto: "Von der Wiege bis zu Bahre - TV Altstadt 90 Jahre". Der Spruch kam dabei nicht von ungefähr. Stefanie Deutscher: "Wir werden als Verein in diesem Jahr 90 Jahre alt und bieten Sport eben von der Wiege bis zur Bahre." Ein bisschen was vom Umfang des Angebotes hatten die Aktiven des TVA gleich mitgebracht, von einer Cheerleadergruppe bis zur bildhaften Darstellung von Wiege und Bahre reichte das Zugaufgebot. Bauernhof und OldtimerDoch natürlich sorgte nicht nur der TVA für gute Laune unter den zahlreichen Narren entlang der Route durchs Dorf: Der Reitstall Körner kam gleich mit einem ganzen Bauernhof, die Oldtimerfreunde Kirkel-Limbach beeindruckten mit Jörg Erbelding als Gutzje-werfender Kühlerfigur auf einem Traktor, der Obstbauverein Limbach bot allerei Leckeres aus eigener Produktion, bunt maskierte Kindergartenkinder aus der Gemeinde machten den Umzug farbenfroh und auch der immer wieder gern gesehene Fanclub des 1. FC Kaiserslautern war weder zu übersehen noch zu überhören. Insgesamt war der Zug abwechslungsreich, gut gelaunt und wie in jedem Jahr der gelungene Abschluss einer ganzen Reihe von närrischen Veranstaltungen in der Region. Für die Narren selbst endete mit dem Zug allerdings die Session 2010 noch nicht ganz: Zum Abschluss gab's, wie in jedem Jahr, in der Hugo-Strobel-Halle noch die obligatorische Kinderfasenacht. Angesprochen auf den Umfang des Altstadter Fastnachtsdienstags-Umzugs zeigte sich Ortsvorsteher Peter Voigt sichtlich zufrieden. "Es ist immer schön, etwas Besonderes zu sein." Und gefragt, ob ein bisschen größer vielleicht noch schöner wäre, kam seine Antwort bestimmt: "So wie es ist, ist es gerade richtig."