Slawische Weihnacht in Kirkel

Kirkel-Neuhäusel. Mit slawischen Weihnachtsliedern, Folklore und Volksliedern aus der Ukraine und Polen, aber auch mit klassischen Stücken von Vivaldi und Bach war das Ensemble Zbroutsch in der Friedenskirche in Kirkel-Neuhäusel zu Gast

Kirkel-Neuhäusel. Mit slawischen Weihnachtsliedern, Folklore und Volksliedern aus der Ukraine und Polen, aber auch mit klassischen Stücken von Vivaldi und Bach war das Ensemble Zbroutsch in der Friedenskirche in Kirkel-Neuhäusel zu Gast. Das ganze Ensemble? Nein, denn nur ein kleiner Teil des angekündigten ukrainischen Chores hatte - auch noch mit 45-minütiger Verspätung - den Weg nach Kirkel in die protestantische Kirche gefunden. Geduldig hatten die Zuhörer zuvor in den Kirchenbänken ausgeharrt und waren dem Vorschlag von Pfarrer Florian Geith gefolgt. "Es bleibt uns nichts anderes übrig, als uns die Wartezeit mit gegenseitiger Unterhaltung zu verkürzen." Auf Einladung des Evangelischen Kirchenchores Kirkel-Neuhäusel sollte das Ensemble Zbroutsch unter der musikalischen Leitung seines Gründers und Dirigenten Zrnon Hnateyko in der Friedenskirche auftreten und mit Weihnachtsliedern und Musik aus Osteuropa erfreuen. Im Rahmen seiner Konzertreise durch Belgien und Luxemburg wollte der Chor für einen Abend in Kirkel-Neuhäusel gastieren. Hergestellt hatte der Kontakt der Sohn des Dirigenten, Ihor Hnateyko, der in Limbach lebt. Doch zur angekündigten Zeit hatte sich lediglich das Publikum in der Friedenskirche eingefunden. Von dem aus der West-Ukraine stammenden Chor war zu dieser Zeit nichts zu sehen. Leichte Unruhe bei Pfarrer Geith, der mehrmals versuchte, den Chor telefonisch zu erreichen. Dann eine hoffnungsvolle Nachricht von einer Konzertbesucherin, dass Chor und Musiker auf dem Weg nach Kirkel seien. Eine halbe Stunde später traf Ihor Hnateyko ein, bat die Zuhörer um Entschuldigung für die Verspätung, teilte aber gleichzeitig mit, dass nur die männlichen Chormitglieder einträfen, während der Bus mit den weiblichen Sängerinnen die Autobahnausfahrt verpasst hätte und auf dem Weg nach Saarbrücken sei. Während sich die sieben Sänger nach ihrer Ankunft hastig auf der Empore umkleideten und auf ihren Auftritt vorbereiteten, kündigte Ihor Hnateyko das Konzertprogramm des Chores an. Dann folgte der Auftritt des dezimierten Chores, der nach zwei Liedern von den zwei eintreffenden Musikern, einer Geigerin und einem Bajan-Spieler, verstärkt wurde. Zu hören war ein Potpourri ukrainischer Weihnachts- und Volkslieder, die von der Freude über die Geburt Jesu, den Beginn des neuen Lebens und der Vergebung der Sünden handelten, aber auch patriotische Lieder sowie klassische Stücke von Vivaldi und Bach. Trotz des langen Ausharrens war das Publikum am Ende begeistert. Auf die Sängerinnen musste es aber verzichten, sie kamen nicht mehr in der Friedenskirche an.