Seniorenbus in der Gemeinde Kirkel

Nahversorgung : Bürgerbus wird nicht überall angenommen

Seit Februar fährt der Bürgerbus in Kirkel. Doch auf der Strecke zwischen Limbach und Altstadt fehlt schlicht noch der Zuspruch der Fahrgäste. Nun wird auch bei der Route nachgebessert. Zudem werden die Haltepunkt beschildert.

Wer als erstes einen neuen Weg beschreitet, der hat es nicht leicht. Er muss Lösungen finden, wo es noch keine gibt, muss Schwierigkeiten meistern, denen sich vor ihm noch kein anderer stellen musste. Ungefähr so könnte man die Situation von Hans-Peter Schmitt und seinem Herzenprojekt „Bürgerbus Kirkel“ beschreiben, dem ersten Bürgerbus im Saarland. Seit Februar 2019 ist der kleine weiße Bus mit der blauen Aufschrift zwischen Altstadt, Limbach und Kirkel-Neuhäusel unterwegs und soll dort für Mobilität sorgen, wo der „übliche“ ÖPNV nicht greift.

Lob und Anerkennung gebe es aus der Gemeinde genug, bestätigt Schmitt, früher der erste Beigeordnete der Gemeinde und heute Vorsitzender des Seniorenbeirates, im Gespräch mit unserer Zeitung am Freitag. Einzig fehlten noch richtig durchgreifend die Taten zu diesen Worten. Sprich: Gerade in Alstadt und Limbach ist die Akzeptanz des Bürgerbusses noch nicht so hoch, wie er sie sich wünsche, gestand Schmitt ein. „Von vornherein war uns klar, dass wir eine gewisse Anlaufzeit brauchen, um Akzeptanz zu erzielen.“ So könne man nun, nach fünf Monaten Betriebszeit auch noch nicht sagen, wie sich das Projekt in der Zukunft entwickeln werde. „Wir brauchen noch Zeit.“

In diesen besagten fünf Monaten habe sich aber entscheidend Grundsätzliches getan. So sei man nicht mehr, wie noch zu Beginn des Bürgerbus-Betriebs, Teil des ÖPNV. Grund dafür sei gewesen, wie Schmitt erläuterte, dass man die damit verbundenen Fahrplan-Anforderungen gerade mit Blick auf die dann nötige enge Taktung auf ehrenamtlicher Basis nicht habe bewältigen können. „Das hat uns dazu bewogen, uns einen eigenen Fahrplan zu geben.“ Gegenwärtig bediene man hier montags, mittwochs und freitags eine Route zwischen Altstadt und Limbach, dienstags und donnerstags sei man zwischen Limbach und Kirkel-Neuhäusel unterwegs. Hier sei man zum Teil bislang mit der Entwicklung zufrieden, aber eben auf der Strecke zwischen Limbach und Altstadt fehle schlicht noch der Zuspruch von Fahrgästen.

Um hier ein verbessertes Angebot zu bieten und auch nach entsprechenden Hinweise aus der Bevölkerung werde man nun ab dem 1. August die Streckenführung komplett ändern. Ab dann werde man, wie Schmitt erläuterte, nun alle drei Kirkeler Ortsteile in einer Tour verbinden, von Montag bis Freitag dreimal am Vormittag und zweimal am Nachmittag (die genauen Abfahrtszeiten, die Haltestellen und den Streckenverlauf gibt es online unter www.buergerbus-kirkel.de). Die Nutzung ist kostenlos. Auch neu im Betrieb sind die offiziell beschilderten Haltestellen, eine erste ist aktuell am Rathaus in Limbach zu sehen, insgesamt sind 20 solcher deutlich erkennbarer Haltepunkte vorgesehen. Ein wichtiges Thema beim Betrieb dieses im Saarland einzigartigen Angebotes ist seine Finanzierung. Dank entsprechender Zuwendungen seitens der Gemeinde Kirkel und des Saarpfalz-Landrats Theophil Gallo seien die Kosten für das Jahr 2019 gedeckt. Danach wisse man auch konkret, was der Betrieb wirklich koste.

Schmitt: „Worauf wir allerdings immer noch warten, das ist eine Unterstützung der Landesregierung.“ Hier sei in der Vergangenheit groß proklamiert worden, dass man Bürgerbusse fördern wolle. „Ich habe zwar eine Zusage, dass wir was bekommen sollen – aber ich weiß nicht wie viel und wann.“

Und noch eine weitere Hürde muss Hans-Peter Schmitt nehmen. Und die heißt „Anerkennung der Gemeinnützigkeit“ als Grundlage für den Verein. „Das ist eine ganz traurige Geschichte.“ Denn: Ein erster Antrag sei aufgrund einer nicht genehmigungsfähigen Satzung abgelehnt worden. Auch im zweiten Anlauf und dann mit einer durch einen Rechtsbeistand neu gestalteten Satzung sei man gescheitert. Nun liege das Verfahren, nach einem entsprechenden Einspruch, bei der „Rechtsmittel-Behelfsstelle“. Und hier müsse man, so Schmitt, mit einigen Monaten Bearbeitungszeit rechnen. „Aber die Hoffnung stirbt zuletzt.“

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