Satter Sound vor magerer Kulisse

Limbach. Am Ende war es ein Festival, dass zu Recht unter der Rubrik "Blues" stattgefunden hatte: Mit gerade mal knapp 100 Gästen in der Limbacher Dorfhalle hatten die Veranstalter des ersten Limbacher Bluesfestivals allen Grund dazu, schwermütig zu sein

Limbach. Am Ende war es ein Festival, dass zu Recht unter der Rubrik "Blues" stattgefunden hatte: Mit gerade mal knapp 100 Gästen in der Limbacher Dorfhalle hatten die Veranstalter des ersten Limbacher Bluesfestivals allen Grund dazu, schwermütig zu sein. Aufgerieben zwischen Weihnachtsmärkten, Chorkonzerten, Vereinsfeiern und vielen Veranstaltungen mehr, fand der Abend weitgehend unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Dabei hätten die Mühen der Ausrichter und die Qualität der Bands einen weitaus größeren Zuspruch verdient. Mit Dizzy Thang, Junior & the dangerous Mood, der Blies-Blues-Band und Chicken Bone hatten sich nicht gerade unbekannte Bands der Region für den Auftritt in Limbach angesagt. Und wer den Weg in die Dorfhalle gefunden hatte, der wurde für sein Engagement mehr als belohnt. Nichts desto Trotz: Als Erfolg in wirtschaftlicher Hinsicht konnte man den Abend nach dem Schlussstrich wohl nicht bezeichnen. "Das ist so schade", gab Miriam Weber nach dem Auftritt der ersten Band Dizzy Thang ihrer Enttäuschung Ausdruck. "Ich dachte, hier ist viel mehr los. Aber scheinbar sind die Leute heute Abend bei anderen Veranstaltungen." Für die junge St. Ingberterin war der Misserfolg des Festivals auch ein Warnsignal. "Wir dürfen uns auf den Dörfern nicht darüber beschweren, wenn bald kein Veranstalter mehr etwas wagt. Wenn wir in der Zukunft, abseits von Kirchenkonzerten, auf dem flachen Land keine Kultur mehr vorfinden, dann sind wir auch selber schuld, weil wir die Angebote, die jetzt da sind, nicht genutzt haben."Bei aller Klage: Musikalisch hatte das erste Limbacher Bluesfestival einiges zu bieten. Schon der Auftakt mit Dizzy Thang ließ die Herzen von Bluesfans, die auf satten Gitarrensound stehen, merklich höher schlagen. Und auch wenn Kris Schulte, bei Dizzy Thang verantwortlich für eben diesen Sound, nach dem Auftritt recht kritisch mit seiner eigenen Performance ins Gericht ging - "ein Teil des Verstärker-Systems hat Schwierigkeiten gemacht" - , so konnte man nach dem Set doch sehr gut nachvollziehen, warum der Blues zu den Musikstilen der Ewigkeit gehört. Etwas ruhiger ging es dann mit Junior & the dangerous Mood zur Sachen. Im Sound geprägt durch die Künste von Gernot "Junior" Scheerer an der Harp, ging es gekonnt klassisch durch die unterschiedlichsten Stilrichtungen des Blues.Ob auf das erste Limbacher Bluesfestival ein zweites folgen wird, steht noch in den Sternen - zu groß dürfte der finanzielle Verlust des Abends gewesen sein. Verdient aber hätte die Region eine zweite Auflage.