Robert-Bosch-Schule pflanzt Eichentriebe in Homburg

Gut fürs Klima : Schüler pflanzten Eichentriebe ein

Lehrerin Anne Deutsch hatte die gute Idee und der Revierförster half mit, damit die Schüler die Eichen auch am richtigen Ort gepflanzt haben.

Die Schülerinnen und Schüler der Garten-AG der Homburger Robert-Bosch-Schule hatten am Dienstag einen wichtigen Außentermin zu stemmen. Zusammen mit ihrer Lehrerin Anne Deutsch, Revierförster Joachim Altmeier und Lukas Rauls, der sein Praxissemester absolviert, waren sie im Wald in der Nähe des Berliner Wohngebiets unterwegs. „Das grundsätzliche Problem besteht darin, dass die Wälder durch den Borkenkäferbefall stark geschädigt sind. Die Baumschulen in ganz Deutschland kommen nicht mehr mit dem Produzieren nach. Man würde also gerne Bäume pflanzen, aber es sind einfach zu wenige da“, erklärte Deutsch.

Die Schülerinnen und Schüler gruben nun junge Eichenbäume, die an einer nahe gelegenen und reichlich bestückten Stelle stehen, aus - immer kleinere Flächen mit mehreren Trieben. Sie wurden mit Schubkarren und Eimern an eine kahle Baumstelle in der Nähe transportiert und dort in mehreren quadratischen Abschnitten eingepflanzt. Zuvor wurden die entsprechenden Flächen freigeräumt und vom Mulchbelag befreit, damit der Baum auch genügend Luft zum Herauskommen bekommen soll.

Altmeier wies noch einmal darauf hin, dass sich die Natur in der Regel selbst zu helfen wisse. „Auf solchen Flächen wie hier, wo vorher Fichten draufstanden, haben wir aber meistens das Problem, dass sehr viele Brombeeren und auch der Adlerfarn auftritt. Die verdämmen dermaßen den Boden, dass so schnell keine Pflanze durchkommt“, berichtete der Revierförster. Dies könne unter Umständen Jahrzehnte dauern. Der Klimawandel führe zu trockeneren Sommern. „Dann geraten die Bäume unter Trockenstress. Und gerade die Fichte ist von sämtlichen Baumarten hier am ärgsten gebeutelt. Der Borkenkäfer, von dem geredet wird, ist der Buchdrucker, der an die Fichten geht“, beschrieb Altmeier das Szenario im Wald. Von daher sei es dringend notwendig, der Natur mit einer Pflanzung auf die Sprünge zu helfen. Wenn dann alles seinen normalen Gang geht, werde bei den Eichen in ungefähr 30 Jahren ein richtiger forstlicher Eingriff gemacht. Die Einpflanzung geschah auf einer Freifläche. Dort könnte man auch Buchen anpflanzen. „Allerdings ist die Buche eine Baumart, die eine Überschirmung benötigt, um richtig wachsen zu können. Die Eiche wiederum ist äußerst lichtbedürftig. Auf so einer Freifläche ist das defintiv die bessere Wahl. Außerdem ist die Eiche ein Pfahlwurzler. Sie kommt daher an tiefer liegende Bodenschichten und damit auch an tieferliegende Wasserschichten heran“, erklärte der Revierförster.

Dadurch sei sie wesentlich sturmresistenter. Hinzu käme die bessere Verträglichkeit von Trockenheit. Die Lehrerin hatt sich im Vorfeld bei Saarforst gemeldet und den Wunsch geäußert, etwas für die Natur machen zu wollen. „An dieser Stelle kommen wir kaum mit der Pflanzung hinterher, da wir so wenig eigenes Personal haben“, meinte Altmeier. Und Lehrerin Deutsch ergänzte: „Unsere Garten-AG besteht aus zwei Teilen. Der eine Punkt ist Nachhaltigkeit, der andere der schuleigene Garten. Speziell bei diesem Projekt wird zum Schutz von Rehbissen noch ein Gatter herumgebaut. Eigentlich besteht unsere AG aus 16 Kindern, von Klassenstufe fünf bis neun.“ Krankheisbedingt sei bei der Pflanzung aber nur die Hälfte vor Ort gewesen. Aber die verbliebenen  Schüler packten richtig mit an. Es sei für sie etwas Besonderes, für den Umweltschutz mehrere Stunden im Wald zu verbringen. Und die Kinder bestätigten alle, dass ihnen die Arbeit großen Spaß gemacht habe.

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