Neuer Botschafter auf Schienen

Limbach/Kirkel. Seit kurzem sind sie auf Saarlands Schienen unterwegs, Züge mit den Namen "Limbach" und "Kirkel"

Limbach/Kirkel. Seit kurzem sind sie auf Saarlands Schienen unterwegs, Züge mit den Namen "Limbach" und "Kirkel". In einer publikumsträchtigen Aktion hatte die Bahn Kommunen und Ortsteile in einem Wettbewerb dazu aufgefordert, Unterschriften für den eigenen Heimatort zu sammeln, in der abschließenden Rangliste landete Limbach auf Platz vier, Kirkel auf Platz fünf und beide damit unter den bestplatzierten 24 Orten im Saarland, deren Namen jetzt einen Zug schmückt. Limbachs Ortsvorsteher Heinz Grub, der sich für sein Dorf auf die Jagd nach Unterschriften gemacht hatte, war sichtlich stolz auf den neuen Botschafter auf Schienen, der den Namen Limbach nun durchs Saarland trägt. "Das besonders gute Ergebnis für Limbach freut mich dabei natürlich sehr." Doch Grubs Motivation zur Teilnahme an der Aktion ging und geht weit über die Namensgebung eines Zuges hinaus. Mit dem aktuellen Schlaglicht auf die Verbindung zwischen Limbach und der Bahn will der Ortsvorsteher ein ganz anderes Thema ins Licht rücken, eines, das ihn schon seit langem umtreibt. "Der Bedarf für Bürger aus Limbach, Altstadt und weiteren umliegenden Orten den Zugtakt am Bahnhof Limbach zu verbessern, ist unser eigentliches Anliegen. Jetzt haben wir mit dem großen Interesse, das die Limbacher an der Aktion gezeigt haben, einen aktuellen und offiziellen Bezug, um in dieser Angelegenheit weiter mit der Bahn in Verhandlungen zu treten." In der Tat: Wer sich von Limbach aus auf Schienen in die Welt hinaus bewegen will, der muss Einschränkungen in Kauf nehmen. Anders als in Kirkel-Neuhäusel wird der Limbacher Haltepunkt nur im Stundenrhythmus angefahren, ein Umstand, der Grub und vielen Bürgern nicht schmeckt. "Viele Arbeitnehmer fahren täglich mit dem Auto nach Homburg oder Kirkel, um dort dann in den Zug umzusteigen. So verlieren sie wenigstens nicht eineinhalb Stunden Wegzeit." Der erklärte Wunsch: Von Limbach aus soll es im Halbstunden-Takt losgehen können. Nun, mit dem Erfolg bei der Bahn-Aktion, dem neuen Namenszug und vor allem aufgrund der hohen Beteiligung von Limbachern am Wettbewerb ist sich Grub sicher, nötiges Gewicht in die Verhandlungen einbringen zu können. "Bei früheren Gesprächen mit der Bahn AG bezüglich einer Verbesserung des Haltetaktes wurde von Seiten der Regionalverantwortlichen immer wieder argumentiert, dass in Limbach kein Bedarf bestünde, den Zug öfter halten zu lassen. Jetzt haben wir es schwarz auf weiß: Bei Schülern, Studenten und Arbeitnehmern aus Limbach und angrenzenden Orten herrscht großes Interesse, den Haltetakt deutlich zu verbessern." Unterstützung erhofft sich Heinz Grub auch von der saarländischen Umweltministerin Simone Peter. Ihr Ministerium war einer der Partner der Zugtauf-Aktion. Und an sie hat sich Grub nun in einem Schreiben gewandt - in der Hoffnung, auch von politischer Seite aus Rückendeckung für sein Ansinnen zu erhalten.