Neue Speisekarte für Bienen

Kirkel. Was würde passieren, wenn es keine Bienen mehr gibt? Angeblich hat Albert Einstein diese Frage mit der Einschätzung beantwortet, die Menschheit überlebe das Aussterben der Bienen nur vier Jahre. Etwas konkreter sind recht aktuelle Zahlen aus den USA. Dort ist immerhin ein Drittel des jährlich verzehrten Obstes das Ergebnis natürlicher Bestäubung durch Bienen - so eine Studie

Kirkel. Was würde passieren, wenn es keine Bienen mehr gibt? Angeblich hat Albert Einstein diese Frage mit der Einschätzung beantwortet, die Menschheit überlebe das Aussterben der Bienen nur vier Jahre. Etwas konkreter sind recht aktuelle Zahlen aus den USA. Dort ist immerhin ein Drittel des jährlich verzehrten Obstes das Ergebnis natürlicher Bestäubung durch Bienen - so eine Studie.

Da könnte man auf den Gedanken kommen, das Lebensumfeld für die Insekten bestens zu gestalten, um deren Leben und Überleben zu sichern. Doch gerade das, so Naturschützer, geschieht nicht in dem Umfang, wie es vielleicht nötig wäre: Versiegelung von Flächen, Monokulturen und wenig Abwechslung sind kaum förderlich für Bienen, Hummeln und Co. Diese Überzeugung zumindest vertritt das Netzwerk "Blühende Landschaften", eine bundesweite Initiative, die sich zum Ziel gesetzt hat, durch gezielte Renaturierung, auch mit speziell zusammengestellten Blüh-Samen-Mischungen, wieder für ein umfang- und abwechslungsreicheres Angebot auf deutschen Grünflächen zu sorgen. Die Zielsetzung im Detail: Den Honig- und Wildbienen sowie allen anderen nektar- und pollensuchenden Insekten wieder eine Lebensgrundlage zu schaffen, in Zusammenarbeit mit Landwirten, Naturschützern, Gärtnern, Imkern, Wissenschaftlern und Landschaftsplanern insektenfreundliche Bewirtschaftungskonzepte zu entwickeln, Modellprojekte zu initiieren und Fördergelder dafür zu akquirieren, den Dialog mit allen betroffenen Interessenverbänden zur breiten Umsetzung geeigneter Konzepte zu suchen, Gespräche mit politischen Parteien und der Agrarverwaltung zu führen und "so eine blühende Landschaft gestalten, in der Menschen und Tiere sich wieder wohlfühlen können". So haben es die Initiatoren des Netzwerkes auf ihrer Internetseite festgeschrieben.

Auch in Kirkel will man sich nun diesen Zielen verschreiben, Initiator ist der Imker Michael Simon. Er hat sich dem Netzwerk angeschlossen und will von Kirkel aus eine Regionalgruppe gründen. Angefangen haben die ersten Aktiven schon. Eine Grünfläche im Garten eines Freundes wurde für die Aussaat von Blühpflanzen-Samen vorbereitet. Simon macht anschaulich, was ihn antreibt. Und das mit einem knackigen Vergleich: "Wenn der Mensch jeden Tag nur Lyoner essen müsste, dann würde es ihm nicht gut gehen." Und genau diese Ess-Monokultur will Simon den Bienen und anderen Insekten ersparen. "Nur Grün ist einfach nicht genug." Blühen soll es, und das kräftig. Mit ihrem Engagement wollen die Netzwerker Monokulturen entgegenwirken, die inzwischen große Teile der Landschaft beherrschen. Dafür suchen Michael Simon und seine Mitstreiter noch weitere Aktive. Das Ziel: Brachflächen in Kirkel für Insekten wieder zu einem Lebensraum zu machen. Wer sich für eine aktive Teilnahme an Michael Simons Engagement interessiert, dem legt der Imker auch den Weg ins Internet nahe. Auf der Seite www.bluehende-landschaft.de hat er Kirkel in die Netzwerkkarte eintragen lassen. Dort gibt es Informationen über ihn, das Netzwerk und die Möglichkeiten, sich zu engagieren. "Nur Grün ist für die Bienen einfach nicht genug."

Imker Michael Simon

Mehr von Saarbrücker Zeitung