Naturschutzbund : Auf den Spuren des Steinkauz’

Der Naturschutzbund Altstadt war auf Exkursion im Saarpfalz-Kreis unterwegs.

„Wenn der Bliesgau ein Tier als Logo hätte, dann wäre das mit Sicherheit der Steinkauz. Nichts anderes symbolisiert die Landschaft und ihre traditionelle Nutzung besser als diese Vogelart. Außerdem ist der Steinkauz hier noch flächendeckend heimisch, während er in den benachbarten Regionen eher selten ist oder gar nicht mehr vorkommt“: Dass der südliche Saarpfalz-Kreis also ein regelrechtes El Dorado für die kleine Eule darstellt, hob Peter Mende im Rahmen der vom Altstadter Naturschutzbund und der saarpfälzischen Kreisvolkshochschule organisierten Exkursion besonders hervor (wir berichteten). Gemeinsam mit Klaus Walter aus Blickweiler steuerte der passionierte Ornithologe zwei der speziellen Röhren an, aus denen der Kauznachwuchs dann herausgefischt und jedes Exemplar beringt wurde.

Gut und gerne 180 potenzielle Brutstätten für den kugelförmigen Vogel mit den großen Augen betreuen die Mende und Walter, mehr als ein Drittel davon sei tatsächlich auch bewohnt. Speziell uralte Obstbäume seien für die seltene Spezies unentbehrlich, und wenn diese sich dann noch in traditionellen Streuobstwiesen befinden, bieten sich für den Vogel nahezu optimale Verhältnisse. Peter Mende, in Zweibrücken-Wattweiler zuhause, demonstrierte eindrucksvoll, dass er mit dieser Art in der Tat auf Du und Du steht: Flugs öffnete er die ausgeklügelt konstruierte Röhre und holte mit geübter Hand den plüschtierähnlichen Besatz heraus. Den Nachwuchs im noch flaumdurchsetzten Federkleid präsentierte Mende nicht nur - wem danach war, der konnte die putzigen Knäuel auch mal in Händen halten. Die ließen sich die Streicheleinheiten auch gerne gefallen und blieben wie angewurzelt dort sitzen, ganz gleich, wohin sie gerade platziert worden waren.

Doch war der Ausflug des Altstadter Umweltverbandes nicht als Schmusekurs angelegt, sondern in erster Linie als Anschauungsunterricht. Nachdem auf  Streuobstwiesen in Altstadt zunächst unter Anleitung von Peter Mende, dann in Eigenregie von Marion und Dieter Geib eine Reihe von Kauzröhren installiert worden war, sollten nunmehr der Lebensraum der Tiere und die Funktionsweise dieser künstlichen Behausungen in Augenschein genommen werden. Und so stellte sich vor Ort denn zwangsläufig auch die Frage, ob es denn überhaupt realistisch sei, an eine natürliche Ansiedlung der Minieule in Altstadt zu denken. Schließlich sei der derart wieder aufgepäppelte Bestand im Bliesgau doch ein gutes Stückweit entfernt von der Ortschaft westlich von Homburg. Bislang konnte jedenfalls in Altstadt noch keine Brut festgestellt werden.

Peter Mende verhehlte aber auch nicht, dass der Bestand im Bliesgau mittelfristig gefährdet sei – „weil die für den Steinkauz erforderlichen Streuobstwiesen immer weiter verschwinden“.

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