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Mystisches und Düsteres in Wort und Tanz

Mystisches und Düsteres in Wort und Tanz

Homburg/Limbach. Die Limbacher Dorfhalle ist in schwaches Licht getaucht, nur wenige Scheinwerfer und ein Kerzenkranz erleuchten das Szenario auf der Bühne und im Saal

Homburg/Limbach. Die Limbacher Dorfhalle ist in schwaches Licht getaucht, nur wenige Scheinwerfer und ein Kerzenkranz erleuchten das Szenario auf der Bühne und im Saal. Vor nahezu ausverkauftem Haus präsentiert sich den Gästen der Lesung "Judassohn" des Autors Markus Heitz am vergangenen Samstag ein Bild zwischen "Gothic" und Mystik, sorgen die Musiker der Formation Persephone mit ihrem Klangteppich aus Cello, Kontrabass und Percussion für düster-melancholische Stimmung. Ganz am Rande der Bühne sitzt Markus Heitz - auch wenn es seine Lesung ist, für die die Besucher teils weite Anreisen auf sich genommen haben: Zumindest optisch steht er nicht im Mittelpunkt. Die Bühne gehört den Musikern und Sängerin Sonja Kraushofer mit ihrer eindringlichen Stimme.Der Eindruck ändert sich jedoch, als Heitz die Stimme erhebt und aus seinem neuesten Werk "Judassohn" liest: "Gegenwart, Leipzig, in der Ritterstraße." Ohne Umschweife nimmt Heitz seine Fans mit in die Geschichte. "Emma ging zum Eingang und blickte durch den Türspion. Im Flur stand eine Frau in ihrem Alter mit kurzen schwarzen Haaren, die einen dunkelgrauen Wintermantel und einen Schal um den Hals trug." Mit diesem Blick ins Alltägliche öffnet Heitz in dieser Nacht die Tür zu seiner Welt, einer Welt, die der in Homburg geborene Autor den Vampiren zu Füßen gelegt hat. Dass das seit Bram Stockers "Dracula" lebendige Thema nicht nur in geschriebenen Zeilen Unsterblichkeit erlangt hat, davon zeugt der rege Besuch, den die Heitz'schen Lesungen in den vergangenen Wochen magisch angezogen haben - in Frankfurt, Hamburg, Düsseldorf und jetzt Limbach. Der letzte Ort ist mit Bedacht gewählt, soll doch, und das ist die Absicht der Veranstalter, der letzte Spielort der Tour in der Heimat des Künstlers stattfinden. So ist es bei Heitz, so soll es bei den anderen, folgenden Lesereisen anderer Autoren sein. Während in der Halle die Formation Persephone und die Tänzerin Asherah Latifa für den szenisch-musikalischen Anteil der Reise ins Reich der Vampire sorgt, bringen vor der Tür Diana Kinne und Sören Harder, besser bekannt als "The Lord", Licht ins Dunkel der mysteriösen Reise durch die deutsche Literaturlandschaft. Kinne ist Teil des Kreativteams der Agentur Werkzeugskiste, die im Auftrag des Knauer-Verlags und in Zusammenarbeit mit der Agentur EAM und der Kontrastbühne aus Zweibrücken das Event organisiert hat. "Die Idee, die dahinter steckt, ist es einfach, eine Lesung interessanter zu gestalten. Unser Vorschlag war dann, das Ganze mit Musik und Tanz zu kombinieren, um so auf zwei Zielgruppen abzuheben - die, die auf Markus Heitz als Autor stehen und die, die eher Fans der Band Persephone sind." Für Sören Harder, der die Band auf der Tour begleitet, ist die Symbiose ein gelungenes Experiment: "Lesung und Musik harmonieren sehr gut. Die Texte passen sehr gut zu den Stücken von Persephone, das war auch ein Grund, warum Markus Heitz die Band ausgesucht hat. Für Persephone ist das eine super Sache, "weil wir so ein Publikum erschließen können, das wir so vielleicht gar nicht erreicht hätten." "Lesung und Musik harmonieren sehr gut."Sören Harder