Musikverein begeistert 550 Gäste

Vanessa Semmet führte mit vielen Infos zu den einzelnen Musikstücken durch das Neujahrskonzert des Musikvereins Limbach. Geboten wurde Filmmusik, Märsche, Rockiges und Poppiges. Und natürlich Blasmusik.

Den Andrang für das Neujahrskonzert der Gemeinde Kirkel am vergangenen Sonntag in der Dorfhalle Limbach als "groß" zu bezeichnen, wäre wohl schlicht eine gelungene Untertreibung. Tatsächlich musste man Angst haben, dass sich Kirkels Bürgermeister Frank John bei seinem Unterfangen, jeden der mehr als 550 Gäste am Eingang mit Handschlag und den besten Wünschen für das neue Jahr zu begrüßen, eine Sehnenscheiden-Entzündung oder einen Tennisarm zuzieht. Doch zumindest bei der dann folgenden Begrüßung der Gäste schien John die für ihn inzwischen auch gewohnte Prozedur unbeschadet überstanden zu haben.

Nicht minder gewohnt kurz verzichtete der Kirkeler Verwaltungschef auf eine lange Ansprache - immerhin heißt Neujahrskonzert eben Neujahrskonzert und nicht Neujahrsempfang. So gehörte die Bühne am Sonntag den Musikerinnen und Musikern des Hauptorchesters des Musikvereins Limbach - seit Bestehen der Veranstaltung Partner der Gemeinde beim musikalischen Auftakt eines neuen Jahres.

Unter der Leitung von Claudia Wälder-Jene ging es klanglich traditionell, aber von modernem Ursprung los: "Crossroads" machte den Auftakt des Konzertnachmittags. Schon dieses erste Stück machte klar, dass auch in diesem Jahr der Musikverein seine Gäste mit auf eine Reise in die Welt nehmen wollte: 2014 geschrieben vom niederländischen Komponisten Carl Wittrock für den Bernischen Kantonal-Musikverband beschrieb das Werk den Fluss Aare in der Schweiz - das hörte sich minutenlang nach Reiselust an. Reiseführerin war am Sonntag, und auch das beim Musikverein Limbach schon gute Tradition, Vanessa Semmet, die mit vielen Informationen zu den einzelnen Werken durchs Programm führte - natürlich nicht ohne gleich zu Beginn den Gästen des Neujahrskonzertes ein gutes neues Jahr zu wünschen und einen kleinen Ausblick auf den kommenden Musik-Nachmittag zu geben.

"Das Programm, das wir zusammengestellt haben, ist sehr abwechslungsreich, ein bunter Melodienstrauß kann man fast sagen. Wir haben Filmmusik im Programm, und natürlich, wie es sich bei einem Neujahrskonzert gehört, auch Märsche. Es gibt aber auch ein bisschen was Rockiges und Poppiges. Und natürlich bieten wir symphonische Blasmusik ." Man durfte also gespannt sein, wohin die Reise von der Schweiz aus weitergehen sollte. Die Antwort darauf gaben "Die glorreichen Sieben" aus jenem legendären Western von John Sturges, der im Jahr 1960 dem deutschen Schauspieler Horst Buchholz an der Seite von Yul Brunner, Charles Bronson und Steve McQueen zu Hollywood-Bekanntheit verhalf. Vanessa Semmet: "Die Filmmusik hat Elmer Bernstein geschrieben. Er hatte Angst, dass in diesem Film zu wenige Action vorkommt. Und deswegen hat er eine furiose Musik geschrieben."

Und genauso furios wie von Bernstein gedacht, setzte der Musikverein dann eine der bekanntesten Western-Melodien in Szene - nicht der letzte Höhepunkt in einem Konzert, das den Bogen spannte von moderner Literatur wie "Let me entertain you" bis zum Radetzky-Marsch als echtem Klassiker.

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