Musik auf dem Heuboden

Altstadt. Blues und Rock im Doppelpack hat das Kunst- und Kulturzentrum "Kunststall" am kommenden Samstag, 6. November, im Angebot. In dem über 200 Jahre alten Gehöft in der Altstadter Turmstraße geben sich nämlich gleich zwei Bands ein Stelldichein - zuerst steht Falconmill auf der Bühne, danach Dizzy Thang

Altstadt. Blues und Rock im Doppelpack hat das Kunst- und Kulturzentrum "Kunststall" am kommenden Samstag, 6. November, im Angebot. In dem über 200 Jahre alten Gehöft in der Altstadter Turmstraße geben sich nämlich gleich zwei Bands ein Stelldichein - zuerst steht Falconmill auf der Bühne, danach Dizzy Thang. Für gute vier Stunden wird der zum großen Saal umfunktionierte Heuboden also einmal mehr zum Mekka der Musikfreunde und insbesondere der Blues- und Rockfans werden. Zuerst einmal wird es so richtig "hard 'n' heavy", wenn ab 20 Uhr der Auftritt der siebenköpfigen Formation Falconmill auftritt. "A different cut of Rock" ist das Motto des Bandprojektes, das eigene Titel in petto hat, aber auch mit eigenwilligen Coverversionen alter und neuen Klassiker von Bob Dylan ("Like a rollin' stone", "Thunder on the mountain"), Tom Waits ("Cold Water", "Chocolate Jesus") sowie den eigentümlichen Stücken der wenig bekannten Band Morphin aufwartet. Falconmill besteht aus "Mühly" Meyer (Bass), Markus Werg (Gitarre), Klaus Bried (Schlagzeug), Volker Thomé (Percussion), Udo Lovisa (Saxofon und Klarinette), Charlsie Haller (Baritonsaxofon) sowie Leadsänger Falk Deckert. Danach kommt Dizzy Thang - vom Slang auf einigermaßen gutes Deutsch als "Schwindel erregendes" oder auch "zugedröhntes Ding" zu übersetzen - zum Zug. Bei dieser Band handelt es sich im ein Quartett aus dem Raum Saarbrücken, das sich mit Haut und Haaren, mit Leib und Seele dem Blues in all seinen Farben und Nuancen verschrieben hat. Hart rockender Texas-Blues à la Stevie Ray Vaughan, Swing im Stil des Altmeisters B.B. King, melancholischer Slow-Motion-Minor-Blues wie einst Peter Green, jazziger Late-Night-Blues und last but not least die typischen hendrix'schen Double-Stop-Riffs - eben die ganze Blues-Palette rauf und runter findet sich im Repertoire der Formation. "Blues ist eben mehr als nur reines Macho-Gebaren, nämlich Ausdruck individuellen Empfindens", kommentiert Kris Schulte, der Sänger, Gitarrist und Bandleader. Und wenn der Schmerz am schlimmsten sei, weil vielleicht mal wieder eine Frau die Liebe nicht erwidert, dann sei es genau "diese bittersüße, schaurige Wonne, die deinen Körper mit jedem Wort, mit jeder Note durchfährt und dich im nächsten Moment augenzwinkernd zurücklehnen lässt, als wenn all dein Kummer und deine Sorgen in weite Ferne gerückt wären oder von dir abfallen würden", meint Schulte. Der Blues sei dann die richtige Therapie zur Verarbeitung der Trauer. Dizzy Thang gehören zudem an: Jürgen Wagner (Drums), René Müller (Bass) Robert Bour (Keyboard, Hammondorgel und Gesang). Das Doppelkonzert beginnt um 20 Uhr, Einlass zu der Veranstaltung am kommenden Samstag ist ab 19.30 Uhr, und das Ticket gibt es nur an der Abendkasse für acht Euro.

Mehr von Saarbrücker Zeitung