Mit Menschenverstand geschlichtet

15 Jahre lang hatte Christel Leibrock ein wichtiges Ehrenamt inne. Als Schiedsfrau für den Bezirk Limbach/Altstadt half sie dabei, so manche Streitigkeit zu schlichten. Jetzt hat sie das Amt abgegeben.

Nach 15 Jahren als Schiedsfrau für den Bezirk Limbach /Altstadt hieß es gestern für Christel Leibrock: Abschied nehmen von diesem anspruchsvollen Ehrenamt. Ihr Nachfolger ist Karl-Heinz Ecker. Den offiziellen Wechsel vollzog Olaf Papesch, der Leiter des zuständigen Amtsgerichtes Homburg. An der Seite von Kirkels Bürgermeister Frank John dankte Papesch Christel Leibrock ausdrücklich für ihr Engagement. ,,15 Jahre im Dienst der Allgemeinheit, das ist schon etwas Besonderes. Denn: Man hat vom Amt der Schiedsfrau wenig", verdeutlichte Papesch offen und zitierte Goethe: ,,Das süße Gefühl der Pflichterfüllung' ist der einzige Lohn, den Sie dafür kriegen." Und das, so Papesch, für die herausfordernde Aufgabe, Streitende mit Hilfe von Menschenverstand und einer ordentlichen Portion Lebenserfahrung auf den richtigen Weg zu bringen. "Das macht sich nicht von alleine, das ist Arbeit - und das verkennt keiner von uns!"

Doch was macht eine Schiedsfrau oder ein Schiedsmann eigentlich? Schiedsleute sind zwingend die erste Anlaufstelle für zahlreiche bürgerlich-rechtliche Streitigkeiten (zum Beispiel Nachbarschaftsstreitigkeiten) und bei folgenden Straftaten, falls das öffentliche Interesse der Staatsanwaltschaft an der Strafverfolgung fehlt: Beleidigung, Körperverletzung, Sachbeschädigung, Hausfriedensbruch , Bedrohung und Verletzung des Briefgeheimnisses. Für diese sechs Delikte ist eine Schiedsverhandlung vor dem Einreichen einer Privatklage vorgeschrieben. Auch bei entsprechenden zivilrechtlichen Auseinandersetzungen, wie eben Nachbarschaftsstreitigkeiten, ist der Weg zur Schiedsperson grundsätzlich einem Prozess vorgeschaltet. Die Aufgabe eines Schiedsmannes oder einer Schiedsfrau sei aber keine juristische, erklärte Papesch, ein Schiedsmann oder eine Schiedsfrau sei kein Richter. Vielmehr gehe es für Schiedsleute darum, als Bürger der Gemeinde für einen Konflikt eine vernünftige Lösung zu finden und diese umzusetzen.

An dieser Stelle musste man Christel Leibrock natürlich fragen, in welchem Umfang dies in den zurückliegenden Jahren gelungen sein. Und diese Frage stellte Bürgermeister John, der klar machte, dass die beiden Schiedsleute für die Bezirke Limbach /Altstadt und Kirkel-Neuhäusel die Verwaltung in vielen Bereichen entlasteten. Leibrocks bezifferte hier die Zahl von erfolgreichen Schiedsverfahren mit rund 30 Prozent. Rückblickend seien die Jahren lehrreich gewesen, "man hat schon viel mitbekommen. Aber das es war eine schöne Zeit. Und ich bereue es nicht, dass ich dieses Amt 15 Jahre lang bekleidet habe". Sie hätte auch noch fünf Jahre weiter gemacht, aus privaten Gründen, so Leibrock, sei dies aber nicht möglich gewesen. Deswegen wird nun der Limbacher Karl-Heinz Ecker, vielen noch ein Begriff als Geschäftsführer des Entsorgungsverbandes Saar, Leibrock nachfolgen - in geheimer Abstimmung gewählt von den Ortsräten in Limbach und Altstadt sowie vom Gemeinderat Kirkel. "Ich bin jetzt natürlich gespannt, was da auf mich zukommt. Das ist auf jeden Fall eine lohnende Aufgabe!"