Mehr Männer als Frauen ohne Job

Homburg/Bexbach/Kirkel. In den vergangenen vier Wochen ist die Arbeitslosigkeit im Saarpfalz-Kreis saisonbedingt weiter angestiegen. Es wurden 5120 Menschen ohne Job registriert, 80 mehr als im Januar und 390 mehr als vor einem Jahr, was einen Anstieg um 8,3 Prozent bedeutet. Die Arbeitslosenquote lag bei 6,9 Prozent (2009: 6,3 Prozent)

Homburg/Bexbach/Kirkel. In den vergangenen vier Wochen ist die Arbeitslosigkeit im Saarpfalz-Kreis saisonbedingt weiter angestiegen. Es wurden 5120 Menschen ohne Job registriert, 80 mehr als im Januar und 390 mehr als vor einem Jahr, was einen Anstieg um 8,3 Prozent bedeutet. Die Arbeitslosenquote lag bei 6,9 Prozent (2009: 6,3 Prozent).Im Bezirk der Geschäftsstelle Homburg (Bexbach, Homburg, Kirkel) ist die Zahl der Arbeitslosen um 24 auf 2770 gestiegen, die Arbeitslosenquote betrug 7,9 Prozent. In Blieskastel (Stadt Blieskastel, Gersheim, Mandelbachtal) waren 990 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet, 27 mehr als im Januar. Die Arbeitslosenquote betrug 4,9 Prozent. In St. Ingbert war ebenfalls nur ein geringfügiger Anstieg um 30 auf 1360 zu verzeichnen bei einer Arbeitslosenquote von 7,4 Prozent. Im Februar haben sich im Kreis 310 Frauen und Männer in unmittelbarem Anschluss an eine Erwerbstätigkeit arbeitslos gemeldet, deutlich weniger als im Januar mit 545 Personen. Die meisten Arbeitslosmeldungen wurden aus dem verarbeitenden Gewerbe, dem Baugewerbe, dem Bereich Handel und Instandhaltung von Kraftfahrzeugen, der Zeitarbeit und dem Gesundheits- und Sozialwesen registriert. Trotz der schwierigen konjunkturellen Lage konnten im Februar 240 Personen ihre Arbeitslosigkeit durch Aufnahme einer Beschäftigung am 1. Arbeitsmarkt beenden, 45 mehr als noch im Januar. In Anbetracht des strengen Winters und der Auswirkungen der Wirtschaftskrise zeigt sich der regionale Arbeitsmarkt durchaus noch robust. Hier wirken sich vor allem weiterhin die Beschäftigungssicherung in den Betrieben durch Kurzarbeit und die zahlreichen Förderangebote der Arbeitsagentur und der ARGE stabilisierend aus. Die individuelle Betroffenheit von Arbeitslosigkeit verteilt sich aber nicht gleichmäßig auf die Personengruppen. "Etwa die Hälfte aller gemeldeten Arbeitslosen hat keine abgeschlossene Berufsausbildung", stellt Susanne Haben, Leiterin der Agentur für Arbeit Neunkirchen fest. "Ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt sind in der aktuellen Wirtschaftskrise besonders schlecht. Wir legen daher auch in diesem Jahr großen Wert darauf, gering qualifizierten Arbeitslosen einen Berufsabschluss oder zumindest eine Teilqualifizierung zu ermöglichen", sagte Haben. Von der aktuellen Entwicklung waren erneut Männer stärker als Frauen betroffen. So ist die Zahl der arbeitslosen Männer um 68 auf 2980 gestiegen, was eine Zunahme gegenüber dem Vorjahr um 14,4 Prozent bedeutet. Die Zahl der arbeitslosen Frauen ist "nur" um 12 auf 2140 gestiegen, das sind 0,8 Prozent mehr als im Februar 2009. Besonders schwer haben es in der aktuellen Wirtschaftskrise Personen ohne abgeschlossene Berufsausbildung. Im Saarpfalz-Kreis waren das im Februar 2390 Personen oder 46,7 Prozent aller Arbeitslosen, davon waren 1740 in der Betreuung der Jobcenter. Bei den Jüngeren unter 25 Jahren war der Anteil sogar noch höher: Von den 620 arbeitslos gemeldeten jungen Frauen und Männern (plus 44 zu Januar) verfügten 310 (50,1 Prozent) über keinen Berufsabschluss. Aber auch Personen mit einer akademischen Ausbildung bleiben von der Krise nicht verschont. Ihre Zahl war im Februar mit 160 zwar vergleichsweise niedrig, aber gegenüber Februar 2009 waren 35 Akademiker mehr arbeitslos gemeldet (+28,0 Prozent). 1420 der arbeitslos gemeldeten Personen waren 50 bis unter 65 Jahre alt, 20 mehr als im Januar und 230 oder 19,0 Prozent mehr als im Vorjahresvergleich. 1540 Frauen und Männer waren ein Jahr und länger arbeitslos, 20 mehr als im Januar. Gegenüber 2009 ist ihre Zahl allerdings deutlich um 240 oder 18,8 Prozent gestiegen. Die Kräftenachfrage der Betriebe hat sich wieder etwas verbessert. Die Firmen meldeten dem gemeinsamen Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit und der ARGE Saarpfalz 210 Stellenangebote für den 1. Arbeitsmarkt, 20 mehr als im Januar. Zum Monatsende waren noch 400 gemeldete Arbeitsstellen unbesetzt. Gesucht werden vor allem Bürofachkräfte, Fachlehrer, Metallhilfsarbeiter, Krankenpflegepersonal, Restaurantfachleute und Elektroinstallateure. Auch für Kfz-Instandsetzer, Köche und Erzieher gibt es offene Stellen. red "Etwa die Hälfte aller Arbeitslosen hat keine abgeschlossene Berufsausbildung." Susanne Haben, Leiterin der Agentur für Arbeit Neunkirchen